Aurubis: Bisheriges Geschäftsjahr fiel den Markterwartungen entsprechend aus

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Foto: Aurubis AG (Aurubis Werk Hamburg)

Hamburg — Der Aurubis-Konzern hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 ein operatives Ergebnis vor Steuern von 148 Mio. € erzielt (Vorjahr: 262 Mio. €). Der operative Return on Capital Employed betrug 11,2 Prozent (Vorjahr: 18,7 Prozent). Beide Kenngrößen liegen damit wie angekündigt unter Vorjahr, jedoch auf dem Niveau der Markterwartungen.

Das Ergebnis war positiv beeinflusst von verbesserten Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate durch einen optimierten Einsatzmix, einen weiterhin hohen Absatz von Gießwalzdraht und Stranggussprodukten sowie dem nach wie vor starken US-Dollar.

Belastend wirkte hingegen der fast achtwöchige Großstillstand in Pirdop, Bulgarien, der sehr erfolgreich verlief und in der Branche globale Beachtung fand. An diesem größten Wartungs- und Reparaturstillstand seit 1986 wirkten 52 Unternehmen mit rund 1.200 Arbeitskräften mit. Das Investitionsvolumen betrug rund 44 Mio. € ; innerhalb von 54 Tagen wurden elf Aggregate ausgetauscht. Anhaltend schwache Altkupfermärkte, von Überangebot gekennzeichnete Schwefelsäuremärkte sowie die in diesem Jahr geringere Kathodenprämie drückten ebenfalls auf das Ergebnis.

Kupferpreise verantwortlich für rückläufige Umsatzerlöse

„Bei meinem Antritt bei Aurubis Anfang Juli habe ich mich gefreut zu hören, dass wir unseren Stillstand in Pirdop im 3. Quartal wie geplant durchgeführt und unsere Mitarbeiter diese sehr ambitionierte Aufgabe so erfolgreich abgeschlossen haben. Auch deshalb entsprach unser operatives EBT in diesem Quartal den Markterwartungen“, kommentiert Jürgen Schachler, seit dem 1. Juli 2016 Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG, das Ergebnis.

Im Vorjahresergebnis waren positive Sondereffekte von rund 32 Mio. € enthalten, die sich im Wesentlichen aus niedrigen Edelmetallbeständen zum Ende des dritten Quartals ergeben hatten.Der Umsatz des Aurubis-Konzerns in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2015/16 erreichte 7.076 Mio. € (Vj. 8.467 Mio. €). Der Rückgang der Umsatzerlöse ist im Wesentlichen auf niedrigere Kupferpreise zurückzuführen.

Stabile Nachfrage erwartet

Aurubis geht weiterhin von Schmelz- und Raffinierlöhnen auf einem guten Niveau aus. Bei den Schwefelsäureerlösen erwartet das Unternehmen aus heutiger Sicht keine Erholung der Preise. Auch eine nachhaltige Erholung der Altkupfermärkte wird zum aktuellen Zeitpunkt nicht gesehen. Steigende Metallpreise könnten hier jedoch positiv wirken. Für Gießwalzdraht- und Stranggussprodukte erwartet Aurubis eine stabile Nachfrage auf Vorjahresniveau und rechnet auf den Märkten für Bandprodukte ebenfalls mit einer stabilen Nachfrage auf niedrigem Niveau in den wichtigen Marktsegmenten.

Da wesentliche Einnahmen US-Dollar-basiert sind, werden durch den starken US-Dollar weiterhin positive Ergebnisbeiträge im Vergleich zum Vorjahr erwartet.

Verbesserungsergebnisse erst zukünftig spürbar

Die von Aurubis aufgesetzten Verbesserungsprojekte liefern im laufenden Geschäftsjahr Ergebnisbeiträge, werden allerdings erst in zukünftigen Geschäftsjahren die Ergebnisentwicklung deutlich positiv beeinflussen.

„Dementsprechend können wir unsere Prognose für das Gesamtjahr bestätigen: Wir werden im Geschäftsjahr 2015/16 ein im Vergleich zum Rekordergebnis des Vorjahres deutlich niedrigeres, aber gutes Ergebnis erzielen“, fasst Erwin Faust, Finanzvorstand von Aurubis, den Geschäftsjahresausblick zusammen.

Der vollständige Bericht über die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2015/16 inklusive der Segmentberichterstattung ist unter aurubis.com erhältlich.

Quelle: Aurubis AG