FVH-Folienveredelung startet Polyethylen-Regranulat-Produktion in Schwerin

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FVH-Produktionshallen (Foto: FVH)

Bonn — Schwerin wird zur Wiege einer neuen Generation von Kunststoff-Granulaten. Die FVH Folienveredelung Hamburg GmbH und Co. KG hat in der dieser Woche offiziell die Produktion zur Nutzung wertvoller Polyethylene in Folienabfällen begonnen. Sie dienen der Herstellung hochreiner Polyethylen-Regranulate als Grundstoff für die Veredelung zu neuen Folien durch die verarbeitende Industrie.

Die Recyclinganlage des hochmodernen Werks reinigt Polyethylen-Kunststoffabfälle nach dem innovativen Verfahren der HydroDyn®-Waschtechnik. Die Kunststoffabfälle werden dabei in einem geschlossenen Wasserkreislauf so gereinigt, dass sie annähernd die Qualität von Neuware erreichen.

Die Recyclingtechnologie HydroDyn ist ein neuartiges patentiertes Vecoplan-Verfahren, mit dem auf Kunststoff anhaftenden Papieraufkleber und andere Verschmutzungen ohne Einsatz von Chemikalien entfernt werden können. Im Ergebnis werden hochwertige Polyethylen-Granulate (PE-Granulate) aus Folienabfällen gewonnen. Diese Granulate werden als Rohstoff für die Herstellung von neuen Produkten aus Re-Granulaten verwendet, beispielsweise für Folien.

„Das innovative Waschverfahren bietet geschlossene, umweltschonende Kreisläufe mit extrem reduziertem Wasser- und Energieverbrauch und dabei eine maximale, hochreine Polymerrückgewinnung“, sagt Stefan Kaiser, Leiter Geschäftsbereich Recycling der Vecoplan AG. Es entstehen faktisch kaum Rejekte und Emissionen, da nahezu alle getrennten und gereinigten Stoffe wiederverwertet werden können.

Jährlich werden hier 20.000 Tonnen Kunststoff-Abfälle in wertvolle Rohstoffe umgewandelt. Der zweite Bauabschnitt mit weiteren 20.000 Tonnen Jahreskapazität soll 2017 in Betrieb gehen. „In Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin entstehen in der ersten Ausbaustufe 40 neue Arbeitsplätze. Mich freut besonders, dass dies Jobs im für unser Land wichtigen Bereich des verarbeitenden Gewerbe sind“, betonte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe. Und fügte hinzu: „Die Ansiedlung des Unternehmens ist ein weiterer Baustein in der positiven Entwicklung im Industriepark Schwerin. Vor allem die herausragenden Standortfaktoren sprechen für sich – eine gut ausgebaute Infrastruktur, die verkehrsgünstige Lage sowie die Nähe zur Metropolregion Hamburg.“

Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen auf rund 21,7 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 6,8 Millionen Euro.

Quelle: Vecoplan / bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.