Baselbieter Gemeinden: Kommunal erfasste Abfallmengen 2015 rückläufig

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Quelle: Kanton Basel-Landschaft

Basel — Im Jahr 2015 haben die 86 Baselbieter Gemeinden 91.000 Tonnen Siedlungsabfälle gesammelt und der Verwertung oder Entsorgung zugeführt. Im Schnitt sind dies 321 kg Abfall pro Person und Jahr. Mehr als die Hälfte der Abfälle gelangte in die Verwertung, die restliche Menge wurde unter Energiegewinnung verbrannt.

Die Daten des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zeigen, dass die Abfallmenge der Schweiz nach wie vor zunimmt. Dieser Trend ist in der kommunalen Abfallstatistik des Kantons Basel-Landschaft nicht ersichtlich. Die durch die Baselbieter Gemeinden gesammelte Abfallmenge ist rückläufig.

Grund dafür ist aber vermutlich nicht die Abnahme der Abfallmenge, sondern in erster Linie die zunehmende Entsorgung von Abfällen in privatwirtschaftlichen Entsorgungszentren. Die so entsorgten Abfälle werden in der kommunalen Abfallstatistik nicht erfasst, da keine Differenzierung zwischen privaten und gewerblichen Anlieferungen möglich ist. Die kommunale Abfallstatistik umfasst nur über die Gemeinden entsorgte Abfallmengen. Der vermeintliche Rückgang ist demzufolge zumindest teilweise auf die Art der Datenerfassung zurückzuführen. Dieser Effekt zeigt sich auch bei anderen Kantonen.

Im Kanton Basel-Landschaft wurden im 2015 durch die Gemeinden 91.000 Tonnen Siedlungsabfälle gesammelt. Dies entspricht 321 kg Abfall pro Person und Jahr. Mehr als die Hälfte (51.7 Prozent) der gesammelten Siedlungsabfälle – beispielsweise Papier und Karton, Altglas, Grünabfälle, Metalle oder Textilien – wurden verwertet. Die nicht verwertbaren Fraktionen Hauskehricht und Sperrgut (48.3 Prozent) wurden unter Energiegewinnung in der Kehrichtverbrennungsanlage Basel verbrannt.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die gesammelte Siedlungsabfallmenge pro Person um fast 16 kg beziehungsweise knapp 5 Prozent gesunken. Dabei war der Rückgang bei den Fraktionen Hauskehricht und Sperrgut mit gut 5 kg pro Person geringer als bei den Wertstoffen mit gegen 11 kg pro Person.

Die Siedlungsabfallwirtschaft entwickelt sich kontinuierlich weiter. Gegenwärtig laufen in der Region verschiedene Projekte zur Sammlung und Verwertung von gemischten Kunststoffabfällen aus dem Haushaltsbereich. Bislang konnte sich kein einheitliches System durchsetzen. Gründe dafür sind die grosse Heterogenität von Kunststoffabfällen und die häufig starken Verschmutzungen. Zudem handelt es sich bei Kunststoffabfällen teilweise um schlecht verwertbare Verbundprodukte. Der Kanton empfiehlt den Gemeinden die Resultate der laufenden Projekte abzuwarten und vorerst keine Sammlung von gemischten Kunststoffabfällen einzuführen, sondern weiterhin die etablierten Separatsammlungen zu fördern.

Graphiken zur kommunalen Abfallstatistik Kanton Basel-Landschaft 2015 sind unter baselland.ch erhältlich.

Quelle: Kanton Basel-Landschaft