Prowindo verzeichnet Mengensteigerung beim Recycling von Kunststofffenstern

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Fensteraustausch (Foto: Rewindo)

Nürnberg — Mit einem Marktanteil von 58 Prozent ist das Kunststofffenster in Deutschland weiterhin auf Erfolgskurs. Gleichzeitig stehen neue Herausforderungen auf der Agenda. So wirft vor allem das zentrale Thema „Nachhaltigkeit“ für Prowindo im Hinblick auf politische Entscheidungen neue Fragen auf. Die Vertreter des Prowindo-Branchenforums Kunststofffenster stellten am 27. März 2014 – während der Messe fensterbau/frontale – die Themen Recycling, Qualitätssicherung sowie die Notwendigkeit einer europaweiten, umfassenden Gebäudesanierung und den drohenden Fachkräftemangel in den Fokus.

„Auch im letzten Jahr gab es wieder einen deutlichen Anstieg des gesamten deutschen Fenstermarkts. Die Absatzzahlen sind auf 13,1 Millionen Fenstereinheiten angestiegen. Kunststofffensterprofile als Rahmenmaterial liegen auch weiterhin in den Bereichen energetischer Sanierung und Recycling auf Platz eins“, erklärte Ralf Olsen, Geschäftsführer des pro-K Industrieverbandes Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. Das sechsköpfige Prowindo Experten-Team erwartet für 2014 eine weitere Steigerung der Absatz- und Marktentwicklungen von fünf bis sechs Prozent bei Kunststofffenstern. Die energetische Sanierung von Gebäuden stellt dabei einen vielversprechenden Absatzmarkt der Zukunft dar – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen.

Fensterrecycling im Spannungsfeld von REACh und Gesetzgebung

Die Kunststofffensterbranche konnte durch Rewindo nachhaltige Verbesserungen der Infrastruktur mithilfe weiterer Partner für das Recycling und in der Logistik, beispielsweise Deceuninck NV, der Reststofftechnik GmbH und dem Logistiker Biotrans GmbH, umsetzen. Zusätzlich wurden auch regionale Annahmestellen – vor allem für Kleinstmengen – als Ergänzung des bundesweiten Abholsystems eingeführt. Außerdem wurden die recycelten Mengen von Post-Consumer-Abfällen erneut gesteigert und wie in den Vorjahren durch unabhängige Dritte überprüft. (Input 32.430 t; Output reines PVC nach Aufbereitung 22.330 t).

„Wir freuen uns, die Ausweitung der Fenster-Recyclingaktivitäten, beispielsweise der „Clearinghaus“-Idee nach Vorbild Rewindo, auf europäischer Ebene in enger Abstimmung mit EPPA und VinylPlus vorangetrieben zu haben“, berichtete Rewindo Geschäftsführer Michael Vetter. Gleichzeitig wies er auf das Recycling-Dilemma hin: „Die Politik fordert höhere Recyclingquoten, aber gleichzeitig Recyclingprodukte ohne Blei und Cadmium, obwohl diese aus Altfenstern stammenden Additive in der Matrix eines Recyclingprofils im Kern fest eingebunden sind und damit kein Problem darstellen.“

SKZ – Gütesicherung für nachhaltige Kunststofffensterprodukte

Das SKZ steht seit über 50 Jahren als größtes Kunststoffinstitut Deutschlands für Qualitätssicherung und Innovationen in Sachen Kunststoff und technischer Entwicklung. Zu  den Erfolgen des SKZ zählt die für den Qualitätsverband Kunststofferzeugnisse e.V. (QKE) erstellte Umweltproduktdeklaration (EPD) für Kunststofffenster aus PVC-U. Sie wurde nun vom Institut Bauen und Umwelt e.V., einem unabhängigen dritten Institut, verifiziert. „Als Partner der Branche für Qualitätssicherung und Innovationen u.a. mit dem Schwerpunkt Kunststofffensterprofilsysteme haben wir zusätzlich eine Gütesicherung für Kunststofffenster nach der neuen RAL-GZ 716 erfolgreich gestartet und mit neuen Anforderungen an hochwertige Oberflächen ausgestattet“, führte Aengenheyster weiter aus. Die Übertragungsaudits zur Verifizierung bereits bekannter Systeme, wie Folien und Klebstoffe, wurden vom SKZ in den letzten Monaten durchgeführt. Weitere Ergebnisse werden auf der Fachtagung „Das Kunststoff-Fenster: Rohstoffe – Verarbeitung – Systemtechnik“ des Prowindo Branchenforums vom 24. bis 25. September 2014 in Würzburg präsentiert.

Übergabe der ersten RAL Gütezeichen nach RAL-GZ 716

„Mit der Vergabe der Gütezeichen kommt ein umfangreiches Projekt zum Ende. Die Erweiterung der gütebestimmenden Merkmale vom Profil zum System war ein großer Schritt und erforderte zahlreiche Abstimmungsprozesse weit über die Grenzen der Gütegemeinschaft hinaus. Als Ergebnis haben wir heute eine umfassende Gütesicherung, welche die Wertschöpfungskette bis hin zum Kunststofffenster erfasst und somit eine Eintrittskarte ins Gütezeichen Fenster und Haustüren darstellt“, erklärte Gerald Feigenbutz, Geschäftsführer Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofilsysteme e.V. Diesen Mehrwert, der sich aus der Verbreitung der Gütezeichen ergibt, sollte die Branche entschieden nutzen. Mit der Verleihung auf der Messe fensterbau/frontale ist somit der erste und wichtigste Schritt getan.

Quelle: Prowindo c/o AGPU – Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V.