HeidelbergerCement ersetzt natürliche Ressourcen durch Sekundärbrennstoffe

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Silozug (Foto: HeidelbergerCement)

Heidelberg — HeidelbergerCement sieht sich auf einem guten Weg, den Anteil alternativer Brennstoffe im Konzern auf 30 Prozent zu erhöhen, wie es im Nachhaltigkeitsprogramm 2020 festgelegt wurde. In allen Ländern, in denen der Baustoff-Konzern Klinker – den Hauptbestandteil von Zement – produziert, prüft das Unternehmen die Möglichkeiten, Abfälle aus Kommunen, Landwirtschaft oder Industrie auf ökonomisch und ökologisch verantwortungsvolle Weise zu verwerten.

So konnte das Unternehmen 2015 den Anteil alternativer Brennstoffe in seinem Werk TulaCement in Russland auf eine zweistellige Rate erhöhen, obwohl diese dort erst im zweiten Jahr eingesetzt wurde. Die drei Werke in Rumänien haben den Anteil alternativer Brennstoffe bereits im siebten Jahr in Folge deutlich erhöht. Das Konzept war sogar in Ländern mit relativ niedrigen Preisen für fossile Brennstoffe und günstigen Gebühren für die Abfalldeponierung erfolgreich. Das beste Beispiel ist das Werk Kunda in Estland, wo mehr als 45 Prozent der fossilen Brennstoffe substituiert werden. Konzernweit erreichte HeidelbergerCement 2015 die höchste Substitutionsrate im Werk Lengfurt in Deutschland, wo 90 Prozent des Kohleverbrauchs durch alternative Brennstoffe ersetzt wurden.

In China kamen das Werk Guangzhou mit der Nutzung von Klärschlamm als alternativem Brennstoff gut voran. Tests für den Einsatz in einem weiteren Ofen im nahegelegen Werk Zhujiang sind in Vorbereitung. In Indonesien übertrifft die Pilotanlage zur Verwertung von lokalem Hausmüll alle Erwartungen. Sie ist ein wichtiger Vorreiter für die Lösung der Abfallentsorgungsprobleme in Jakarta und den umliegenden Städten. So haben zum Beispiel Städte Depok und Bogor die Technologie bereits für die Entwicklung eines Großprojekts zur Abfallverwertung übernommen.

Alternative Rohstoffe für die Klinker- und Zementherstellung

Einer der wichtigsten Pfeiler für die Reduktion von CO2-Emissionen bei der Zementherstellung ist der Einsatz alternativer Rohstoffe, die in anderen Industriezweigen als Abfall anfallen. Besonders wertvoll sind dabei Materialien, die in ihrer Zusammensetzung oder wegen ihrer Eigenschaften eine sinnvolle Ergänzung zu Rohstoffen wie Kalkstein, Mergel, Ton, Sand und Eisen darstellen. Ein sehr großer Anteil dieser sekundären Rohstoffe kommt aus der Stahlindustrie, aber auch Kohlekraftwerke liefern Aschen, die sehr gleichmäßige Qualitätseigenschaften mitbringen. Eine systematische Eignungsüberwachung aller eingesetzten Stoffströme – der primären wie auch der sekundären – sorgt dabei für beste und gleichbleibende Produkteigenschaften.

Grundsätzlich setzt HeidelbergCement alternative Rohstoffe in zwei Bereichen ein: Zum einen nutzt sie der Konzern während des Brennprozesses für die Herstellung von Klinker, dem wichtigsten Zwischenprodukt bei der Zementherstellung. Zum anderen verwendet er sie als Zumahlstoffe für Zement, wodurch dieser besondere Eigenschaften erhält. Zusammen mit dem Einsatz sekundärer Brennstoffe ist die verstärkte Nutzung alternativer Rohstoffe bei der Zementherstellung ein Kernelement unserer Klimastrategie. Auf Konzernebene konnten der Anteil der Sekundärrohstoffe für die Zementherstellung im Berichtszeitraum auf 12 Prozent gehalten und der Klinkeranteil im Zement auf 75 Prozent reduziert werden.

Weitere Einzelheiten sind dem neuen Nachhaltigkeitsbericht 2015 unter heidelbergcement.com zu entnehmen.

Quelle: HeidelbergCement AG