Bericht der EU-Kommission unterstützt nachhaltiges Recycling von Schiffen

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Ship breaking beach at Chittagong, Bangladesh (Foto: Patrizia Heidegger, NGO Shipbreaking Platform)

Brüssel — Schiffsunternehmen innerhalb der EU sollten künftig Lizenzen für das Recycling ihrer Schiffe erwerben, um zu vermeiden, dass weiterhin ein großer Teil der Schiffswracks außerhalb der EU ihr Ende finden. Dies empfiehlt die EU-Kommission in einem letzte Woche veröffentlichten Bericht mit dem Titel „Finanzielle Instrumente zur Erleichterung eines sicheren und gesunden Schiffsrecyclings“.

Laut Report sollen die Schiffe nur noch in geprüften Anlagen innerhalb der EU hochwertig recycelt werden. Die Mehrkosten, die ein verantwortungsvolles Recycling im Gegensatz zum herkömmlichen Recycling nach sich ziehen, sollen über diese Lizenzgebühr gedeckelt werden.

Zwar müssen die Eigentümer von Schiffen mit EU-Flagge bereits unter der EU-Verordnung zu Schiffsrecycling von 2013 ihre Schiffe zu anerkannten Recyclinganlangen bringen. Bisher wechseln sie aber lediglich das Schiffsregister außerhalb der EU meist in Südasien, wo sie die Schiffe oft nicht nach EU-Standards entsorgen.

Umweltorganisationen begrüßen den Bericht der Kommission. Transport & Environment, Shipbreaking Platform und das Europäische Umweltbüro (EEB) haben eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht, in der sie die Kommission dazu aufrufen, nun legislative Schritte folgen zu lassen.

Auch die europäischen Häfen sowie SeaEurope, der europäische Verband für Häfen und Schiffsausrüstungen, sprachen sich für eine Lizenzierung des Schiffsrecyclings aus, um die EU-Verordnung besser umzusetzen.

Demgegenüber hat die Europäische Schiffseigner-Vereinigung (ESCA) einen Bericht verfasst, den die Shipbreaking Platform kritisiert: Er ignoriere die vielen schweren Mängel der indischen Demontage-Methoden an Stränden und wiederhole die einseitigen Erklärungen Schrottplatz-Besitzer zu Arbeits- und Lebensbedingungen.

Der Report „Financial instrument to facilitate safe and sound ship recycling“ kann unter ec.europa.eu heruntergeladen werden.

Quelle: Deutscher Naturschutzring e.V.