Im Verbund mit WWF: Edeka setzt auf umweltfreundlichere Verpackungen

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Quelle: EDEKA / WWF

Hamburg/Berlin — Der Edeka-Verbund gestaltet die Verpackungen der Eigenmarken-Produkte von Edeka und Netto Marken-Discount mit Unterstützung von WWF ganz systematisch und Schritt für Schritt umweltbewusster. Dazu wird zukünftig ein neues, durch WWF erarbeitetes Bewertungssystem für Verpackungen genutzt. Dieser systematische Ansatz gilt als bislang einmalig im deutschen Einzelhandel.

„Für Edeka zählt der ganzheitliche Ansatz, nicht Einzelmaßnahmen“, erklärt Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Edeka AG. „Das Bewertungssystem ist für uns eine fundierte Basis, auf der Edeka und Netto Marken-Discount nun konkrete Ziele und Maßnahmen für den Bereich Verpackungen angehen können“, ergänzt Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland. 

Das Bewertungssystem Verpackungen wurde von WWF in Zusammenarbeit mit dem Edeka-Verbund erarbeitet sowie von anderen Experten aus dem Umweltbereich, aus der Recyclingwirtschaft, der Verpackungstechnik und der Verpackungswirtschaft begutachtet und kommentiert. Auf systematischer Basis ermöglicht es eine ökologische Einstufung von Produktverpackungen und zeigt Optimierungsmöglichkeiten auf. Einbezogen wird hierbei, was derzeit technisch machbar ist und was aktuell an Verpackungslösungen am Markt vorhanden ist. Innovationen auf dem Verpackungsmarkt werden laufend beobachtet.  

Zu den Kriterien der Verpackungsbewertung gehören:  

  • die effiziente Gestaltung der Verpackung (etwa: Wie wenig Material und damit Ressourcen werden für die Verpackung aufgewendet, ohne dass der Schutz des Lebensmittels darunter leidet?) 
  • die Recyclingfähigkeit (etwa: Wie gut lassen sich die Verpackungen unter den realen Bedingungen der bestehenden Abfallwirtschaftssysteme verwerten?) 
  • der Anteil von Recyclingmaterialien (etwa: Wie hoch ist der Anteil von Recyclingmaterial bei einer PET-Flasche?) 
  • die Bewertung von nachwachsenden Rohstoffe (etwa: Wenn aus Gründen der Lebensmittelsicherheit Frischfaser eingesetzt werden muss, stammt sie aus zertifiziert nachhaltiger Waldwirtschaft?) 
  • die Daten aus vorhandenen oder ggf. neu erstellten Ökobilanzen (etwa: Welche Umweltauswirkungen haben die Transportwege bei Herstellung und Gebrauch der Verpackung?)  

Das Bewertungssystem berücksichtigt verschiedene Umwelt-Parameter. Das verhindert, dass eine Verpackungslösung unter einer einseitigen Betrachtungsweise gewählt wird, die auf den ersten Blick ökologisch sinnvoll scheint, aber im Endeffekt nicht die umweltschonendste Möglichkeit ist oder ökologische Probleme schlicht verlagert. 

Beispiele für Öko-Bilanzierung

Plastik- oder Papiertüte? Die Antwort ist Mehrweg statt Einweg. Denn entscheidend für die Ökobilanz einer Tasche ist die Art der Nutzung: Je häufiger eine Tüte verwendet wird, desto besser. In der Ökobilanz schneiden Plastik- und Papiertaschen in der Herstellung laut WWF gleich schlecht ab. Reduziert werden muss also die absolute Zahl verwendeter Einwegbeutel. Optimale Alternative ist der Mehrwegbeutel aus recyceltem Plastik.  

Glas- oder PET-Flaschen? Glas wirkt auf den ersten Blick umweltschonender, ist ebenso wie der Metalldeckel gut recyclingfähig und hält mehr Umläufe aus als eine Kunststoffflasche. Durch das hohe Transportgewicht jedoch schneidet der Fruchtsaft aus der Einweg-Glasflasche in der Gesamtbetrachtung schlechter ab als der in einer leichten PET-Flasche. Wo dies möglich ist, sollte man beim Einkauf daher auf Mehrwegsysteme mit idealerweise regionaler Verteilung achten, so der WWF. 

Das neue Bewertungssystem ist Grundlage für die nun folgende systematische Bearbeitung und umweltverträglichere Gestaltung von Verpackungen wichtiger Eigenmarken-Produkte und -Produktgruppen von Edeka und Netto Marken-Discount. Ein Maßnahmen- und Zeitplan mit konkreten Zielen für die Bearbeitung und Optimierung ist der nächste Schritt. 

Nähere Informationen zum Themenfeld Verpackungen sind unter edeka.de und wwf.de zu finden.

Quelle: Edeka Zentrale AG & Co. KG, WWF Deutschland