Internationale Abfalltransportkontrolle: Nur 24 Prozent beanstandet

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Ladungskontrolle unter Atemschutz (Foto: )© Bezirksregierung Münster

Münster — Es war ein etwa 50-köpfiges, internationales Team mit insgesamt 30 Einsatzfahrzeugen , das am 6. Juli 106 Transportfahrzeuge im Schwerlastverkehr auf drei speziell vorbereiteten Rast- und Parkplätzen inspizierte. Abfalltransportkontrolle stand auf dem Programm einer Spezialtruppe mit Abfallexperten aller Bezirksregierungen aus NRW, Kontrolleuren des Bundesamtes für Güterverkehr, der niederländischen Inspectie Leefomgeving en Transport, der Seehafenpolizei Rotterdam, dem bayrischen und dem luxemburgischen Umweltministerium, dem Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz, der Autobahnpolizeien Münster, Kamen und Recklinghausen sowie dem Zoll.

Seit den frühen Morgenstunden unterzog das Team unter Organisation und Leitung der Bezirksregierung Münster ausgesuchte Lastkraftwagen auf der Suche nach illegalen Abfalltransporten einer gründlichen Inspektion.

Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke, der zwei Kontrollen zeitweise beobachtete und auch in einem Einsatzfahrzeug eine mobile Kontrolle fuhr, zeigte sich sehr zufrieden über den Ablauf des Einsatzes: „Es ist wichtig, dass die Bevölkerung und die Umwelt vor Gefahren, die von illegalen Abfalltransporten ausgehen können, wirksam geschützt wird. Daher sind nachhaltige Kontrollen nicht nur sinnvoll, sondern auch nötig. Schwarze Schafe zu ermitteln, dient auch dem Schutz der großen Zahl seriöser Unternehmer. Es freut mich zu sehen, wie gut und effektiv die Experten der Bezirksregierungen und der verschiedenen Kontrollbehörden zusammenarbeiten“.

Bei vier Kontrollen ergaben sich Tatbestände einer Straftat. Diese Fälle wurden der Staatsanwaltschaft übergeben. In diesen Fällen musste die Weiterfahrt untersagt werden. Zudem wurden drei Transporte wieder zum Ladeort begleitet zurückgewiesen. Für die Identifizierung der Ladung mussten in vier Fällen Proben durch das LANUV analysiert werden. Die Ergebnisse ergaben keine weiteren Verdachtsmomente. Die durchgeführten Radioaktivitätsmessungen ergaben keine Auffälligkeiten.

Trotz der zahlreichen kontrollierten Fahrzeuge war die Beanstandungsquote aber vergleichsweise gering: Nur 24 Prozent der Transporte hatten unvollständige Papiere oder waren gar illegal unterwegs.

Dies führt Einsatzleiter Gernot Hülser von der Bezirksregierung Münster auf die regelmäßigen Abfalltransportkontrollen zurück. Mitarbeiter der Bezirksregierung Münster arbeiten in wöchentlicher Kooperation mit Kontrolleinheiten des Bundesamtes für Güterverkehr und dem Zoll zusammen. Überprüft wird auf allen Autobahnen und größeren Bundesstraßen im Regierungsbezirk. Dazu kommen gemeinsame Kontrollen mit europäischen Kollegen an den deutschen Außengrenzen, vorwiegend jedoch an der niederländischen Grenze.

Die Mitarbeiter der Bezirksregierung Münster haben in diesem Jahr auf den Straßen bis jetzt an 24 Tagen Abfalltransporte kontrolliert und waren dabei auch an Grenzkontrollen beteiligt. Dabei wurden insgesamt rund 440 Fahrzeuge untersucht. 64 Transporte davon wurden beanstandet. Durch die gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden erreicht die Bezirksregierung Münster europaweit die höchsten Kontrollzahlen und festgestellten Beanstandungen. Auch in Zukunft wird die Bezirksregierung Münster die gesetzlich vorgeschriebene Kontrolltätigkeit intensiv fortsetzen. Die internationalen Kontakte sollen ausgeweitet werden, um die Erfahrungen und das Wissen zur Verfügung zu stellen.

Quelle: Bezirksregierung Münster