HWWI: Preise für Industrierohstoffe um 0,5 Prozent gesunken

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Hamburg — Der HWWI-Rohstoffpreisindex setzte im Juni seine Aufwärtsbewegung fort. Damit stieg der Index im fünften Monat in Folge und notierte um 42,6 Prozent (in Euro: +37,9 Prozent) höher als im Monatsdurchschnitt Januar. Im Vergleich zum Mai lag der Anstieg bei 3,7 Prozent (in Euro: +4,4 Prozent).

Insgesamt wäre der Anstieg im Juni noch stärker ausgefallen, wenn gegen Ende des Monats die Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen, die Rohstoffpreise nicht belastet hätte. Marktakteure auf den Rohstoffmärkten befürchteten, dass davon das Wachstum der Weltwirtschaft negativ betroffen werden könnte. Während der Index für Energierohstoffe um 4,5 Prozent (in Euro: +5,1 Prozent) stieg, gaben die Preise für Industrierohstoffe um 0,5 Prozent (in Euro: +0,2 Prozent) leicht nach. Vor allem sank dabei der Index für Eisenerz und Stahlschrott um 6 Prozent (in Euro: -5,3 Prozent).

Die einzelnen Rohstoffe im Index für Industrierohstoffe entwickelten sich im Juni zum Teil sehr unterschiedlich. Während der Index für Eisenerz und Stahlschrott um 6 Prozent (in Euro: -5,3 Prozent) nachgab, stieg der Index für NE-Metalle um 1,2 Prozent (in Euro: +1,9 Prozent). Auch die Entwicklung der einzelnen NE-Metalle war sehr verschieden: Dem Rückgang von 2 Prozent (in Euro: -1,3 Prozent) beim Kupfer stand ein Anstieg von 7,8 Prozent (in Euro: +8,5 Prozent) beim Zink gegenüber.

Zink stieg im Juni auf ein Einjahreshoch und notierte Ende des Monats bei über 2.100 US-Dollar pro Tonne, was einem Plus von 45,6Prozent (in Euro: +41,7 Prozent) gegenüber Mitte Januar entsprach, als für eine Tonne weniger als 1.455 US-Dollar bezahlt wurde. Die Preisanstiege beim Zink sind vor allem auf ein knapperes Angebot zurückzuführen. Es wirken sich nun Produktionskürzungen aus dem Jahr 2015 aus, als größere Minen in Irland und Australien geschlossen wurden. Einzelne Marktakteure erwarten, dass sich dieser Kapazitätsabbau in der näheren Zukunft noch fortsetzen könnte.

Sowohl der Kupfer- wie auch der Eisenerzpreis sanken dagegen aufgrund der nachlassenden Industrieproduktion in China. Die globale Nachfrage für Eisenerz wird stark durch die Entwicklung in der chinesischen Stahlindustrie beeinflusst.

Quelle: Hamburgisches WeltwirtschaftsInstitut