Phosphat-Gewinnung aus Klärschlamm: AVA cleanphos Pilotanlage nimmt Betrieb auf

744
Die AVA cleanphos Pilotanlage in Karlsruhe nimmt Anfang Juli 2016 den Betrieb auf. (Foto: © AVA-CO2 Schweiz AG)

Zug, Schweiz — In diesen Tagen nimmt die AVA cleanphos Pilotanlage in Karlsruhe ihren Betrieb auf. Das AVA cleanphos Verfahren von AVA-CO2 ermöglicht eine kostengünstige und effiziente Gewinnung von Phosphat aus Klärschlamm. Die Lösung erlaubt außerdem zukünftig die Mitverbrennung und somit den Ersatz fossiler Energieträger, wie z.B. Braunkohle.

In den kommenden Wochen und Monaten wird die innovative AVA cleanphos Lösung bei der AVA Green Chemistry Development GmbH in Karlsruhe im halbtechnischen Maßstab erprobt – in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern, der Universität Hohenheim und der Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS des  Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Für die Industrie wird durch die erfolgreiche AVA cleanphos-Pilotierung ein Durchbruch bei der Phosphor-Rückgewinnung, wie sie die Novelle der Klärschlammverordnung fordert, erwartet. Über das HTC-Verfahren wird Klärschlamm zuerst in CO2-neutrale Biokohle umgewandelt, ehe das Phosphat isoliert und zurückgewonnen wird. So entstehen gleich zwei wirtschaftlich interessante Produkte: ein wertvolles Phosphor-Produkt und die phosphorfreie HTC-Klärschlammkohle. Diese kann dank AVA cleanphos auch in Zukunft als Ersatz für Braun- oder Steinkohle in der Mitverbrennung eingesetzt werden, was zu beträchtlichen Einsparungen von CO2-Emissionen führt.

Während der Hydrothermalen Carbonisierung (HTC) findet eine chemische Dehydratation der Biomasse statt. Dabei werden Hydroxylgruppen aus der Biomasse entfernt, was zu einer Abnahme der hydrophilen funktionellen Gruppen führt. Die chemische Dehydratation wird durch die tiefere Viskosität des Wassers auf Grund der HTC- Reaktionsbedingungen gefördert. Der Prozess führt zu einer deutlich verbesserten mechanischen Entwässerbarkeit der HTC Kohle im Vergleich zu Klärschlamm oder anderen Biomassen. HTC in Kombination mit der AVA cleanphos Lösung soll nach Ansicht von AVA-CO2 den Weg frei machen für eine echte, langfristige Klärschlammverwertung.

Erste Ergebnisse aus dem Betrieb der AVA cleanphos Anlage sollen der Öffentlichkeit schon im 4. Quartal 2016 vorgestellt werden.

Das Biotechnologie-Unternehmen AVA-CO2 bietet weltweit Lösungen für die nachhaltige Nutzung von Klärschlamm und anderen Biomassen. Das Unternehmen mit Sitz in Zug, Schweiz, und Tochtergesellschaften in Karlsruhe, Deutschland, und Muttenz, Schweiz, hat im Oktober 2010 die weltweit erste HTC-Anlage im industriellen Maßstab in Betrieb genommen.

Quelle: AVA-CO2 Schweiz AG