CETA: Reclay Group setzt große Hoffnungen in Freihandelsabkommen

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Pressegespräch zu CETA-Verhandlungen (Foto: Reclay)

Berlin/Köln — Freier Handel wird oft mit Produkten wie Lebensmitteln oder – besonders in Deutschland – Industriemaschinen und Elektrogeräten in Verbindung gebracht. Doch auch im Bereich der Dienstleistungen profitieren Unternehmen von fallenden Handelsbarrieren. So setzt die Reclay Group große Hoffnungen in das Abkommen zwischen der EU und Kanada (CETA).

Auf Einladung der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland fand gestern in Berlin zum Auftakt des Ratifizierungsverfahrens ein Pressegespräch statt, in dessen Rahmen die Unternehmensgruppe erläuterte, welche Perspektiven CETA für ein mittelständisches Unternehmen bietet.

Enorme Geschäftschancen

Die Reclay Group ist bereits seit 2012 in Kanada tätig, bislang allerdings nur beratend für internationale Konsumgüterhersteller, Händler, Kommunen und öffentliche Institutionen zu allen Themen der erweiterten Produzentenverantwortung. Durch das Freihandelsabkommen hätte die Unternehmensgruppe die Möglichkeit, auch operativ in den Markt einzutreten. „CETA würde europäischen Dienstleistern Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen in Kanada gewähren“, erklärt Raffael A. Fruscio, geschäftsführender Gesellschafter der Reclay Group. „Das bedeutet, unser Unternehmen könnte sich bei den jeweiligen Provinzregierungen in Kanada um öffentliche Verträge bewerben und – wenn die Bewerbung erfolgreich ist – dort in den Markt eintreten. Das bringt uns enorme Geschäftschancen.“

Darüber hinaus bietet das Freihandelsabkommen auch im Beratungssektor sowie in der Mitarbeiterentwicklung großes Potenzial. „Die im Abkommen enthaltene gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen erleichtert den Mitarbeiteraustausch und erhöht die Chance, Mitarbeiter langfristig zu binden“, meint Adrian Vannahme, Manager Global Strategy, im Rahmen des Pressegesprächs.

Positive Erfahrungen

Mithilfe von CETA kann die Reclay Gruppe die positiven Effekte ihrer Arbeit in Deutschland und Europa auch auf Kanada übertragen. „Unsere Erfahrung in Deutschland zeigt, dass eine Öffnung von öffentlichen Ausschreibungen für freien Wettbewerb sowohl für die Umwelt als auch für den Verbraucher Vorteile bringt“, betont Fruscio. Für Verbraucher sagt er eine Reduktion der Recyclingkosten voraus – in Deutschland etwa waren es durch die Liberalisierung über die Hälfte. Die Kosteinsparung betrifft zwar in erster Linie die Produzenten von Verpackungen, die nach kanadischem wie auch nach deutschem Recht für Rücknahme und Wiederverwertung verantwortlich sind. Doch diese Einsparungen können durch niedrigere Produktpreise an den Verbraucher weitergegeben werden.

Auch bezüglich der Ressourcenschonung und des Umweltschutzes machen die Erfahrungswerte Hoffnung auf effizientere Sortier- und Recyclingtechnologien, die zu einer Reduktion von CO2-Emissionen führen. Für Fruscio ist klar: „CETA unterstützt all diese Entwicklungen. Deshalb sollten freier Handel und offene Märkte die Regel sein – nicht die Ausnahme.“

Quelle: Reclay Group