Neue Studie: Steigende Nachfrage bei Lithium, Rhenium und Dysprosium erwartet

691
Wulfenit (Foto: ©Dieter Schütz / http://www.pixelio.de)

Berlin — Eine neue Forschungsstudie zur Rohstoffnachfrage durch Zukunftstechnologien hat die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) jetzt auf einer gemeinsamen Fachkonferenz im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vorgestellt.

Die Studie „Rohstoffe für Zukunftstechnologien 2016“, die das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI im Auftrag der DERA erstellt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere für die Rohstoffe Lithium, Rhenium, Terbium und Dysprosium der Bedarf für die untersuchten Zukunftstechnologien im Jahr 2035 mehr als das Doppelte der heutigen globalen Primärproduktion ausmachen wird. Auch bei Germanium, Kobalt, Scandium, Tantal, Neodym bzw. Praseodym wird nach Einschätzungen der Autoren der erwartete Rohstoffbedarf über dem heute produzierten Angebot liegen. „Nachfrageimpulse, beispielsweise durch die Elektromobilität oder Superlegierungen in der Luft- und Raumfahrt, werden die Märkte für Sonder- und Nebenmetalle in den kommenden Jahren stark bewegen“, prognostiziert Torsten Brandenburg, Leiter des Arbeitsbereichs Rohstoffwirtschaft der DERA.

„Zur Gewährleistung einer sicheren Rohstoffversorgung, sollten sich Unternehmen frühzeitig mit den Entwicklungen auf den internationalen Rohstoffmärkten beschäftigen und mögliche Ausweichstrategien in Betracht ziehen. Hier gilt es beispielsweise neue Lieferantenbeziehungen aufzubauen, Rohstoffeffizienz in der Produktion zu erhöhen, Substitutionsmöglichkeiten und Recyclingtechnologien verstärkt zu nutzen“, betont Peter Buchholz, Leiter der DERA. Gerade technologisch getriebene Nachfrageimpulse haben in der Vergangenheit zu starken Preisausschlägen bei mineralischen Rohstoffen geführt.

Zukunftstechnologien können die globale Rohstoffnachfrage in der Zukunft stark verändern. Das Wechselspiel zwischen technologischem Wandel und Rohstoffbedarf spielt gerade für die von Rohstoffimporten abhängige deutsche Wirtschaft eine wichtige Rolle. Die Studie geht der Frage nach, welche Impulse die künftige industrielle Nutzung von Zukunftstechnologien auf die Rohstoffnachfrage auslöst und auf welche Rohstoffe solche Innovationen besonders angewiesen sind. Insgesamt wurden in einem Screening über 160 Zukunftstechnologien zum Stand der Technik, der Marktreife sowie des Rohstoffbedarfs und des Recyclingpotenzials untersucht. 42 Zukunftstechnologien wurden im Detail betrachtet und Szenarien für den Rohstoffbedarf im Jahr 2035 erarbeitet. Die Studie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bewertung der zukünftigen Rohstoffnachfrage.

Die Forschungsstudie ist Teil des DERA Rohstoffmonitorings und erscheint in der Schriftenreihe DERA-Rohstoffinformationen. Sie ist ab sofort über die Homepage der Deutschen Rohstoffagentur abrufbar.

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe