Forschungsprojekt: Phosphat-Recycling aus der Metall-Verarbeitung

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Vertragsunterzeichnung durch (v.l.) Dr. Ulrich Jüptner (JUBO) und Prof. Dr. Markus Lake (Hochschule Niederrhein)

Krefeld — Bei der Verarbeitung von Metall entstehen Rückstände von Phosphat, die als Abfälle unter Tage deponiert werden. An der Hochschule Niederrhein wird nun ein Verfahren entwickelt, das die Phosphat-Rückstände zurückgewinnen und für die Industrie nutzbar machen soll. Den Forschungsauftrag erhielt der Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik von JUBO Technologies GmbH. Die am Projekt teilnehmenden Vertreter trafen sich vor wenigen Tagen zur Vertragsunterschrift an der Hochschule Niederrhein.

„Das Verfahren wird bei uns am Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik in verschiedene Teilaufgaben unterteilt. Geplant ist, dass Projektarbeiten von Studierenden oder auch Bachelor- und Masterarbeiten sich dem Thema widmen“, erklärt Angela Rheindorf, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin am Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik.

Der Kooperationsvertrag zwischen JUBO Technologies GmbH und der Hochschule Niederrhein ist auf ein halbes Jahr angesetzt. Beide Seiten sehen Potenzial für eine Verlängerung und Ausweitung des Forschungsauftrags, da es in diesem Bereich noch keinerlei anwendbare Verfahren oder Forschungsbemühungen gibt. Das Projekt geht aus dem Austausch und der Aktivität des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V. sowie der netzwerkdraht e.V. hervor.

„Wir erhoffen uns von dem Verfahren einen Vorteil für alle Unternehmen, die etwas mit der Metallverarbeitung zu tun haben, da wir aus Abfall einen Wertstoff gewinnen. Neben dem wirtschaftlichen Gewinn leisten wir auch einen Anteil am Umweltschutz, da wir es möglich machen, endliche Rohstoffe zu recyclen“, betont Achim Gilfert, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks für Oberflächentechnik e.V.

Der Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik nutzt das Forschungsprojekt dazu, um die Hochschule Niederrhein weiter als zentrale Anlaufstelle für funktionale Oberflächenforschung zu etablieren. „Wir brauchen anwendungsnahe Probleme wie dieses, um uns in der Region bekannt zu machen. Außerdem bieten wir unseren Studierenden so eine praxisnahe Lehre“, erklärt Prof. Dr. Markus Lake, Leiter des Forschungsbereiches, in dem das Projekt bearbeitet wird.

Die Oberflächenforschung gehört neben der angewandten Gesundheits- und Ernährungsforschung, den IT- und Logistikkonzepten, innovativer Produkt- und Prozessentwicklung, der sozialen und ökonomischen Prozessentwicklung sowie der Forschung zur Energieeffizienz zu den Forschungsschwerpunkten der Hochschule Niederrhein. Das Projekt zum Phosphat-Recycling wird über einen Innovationsgutschein vom Land NRW subventioniert. Der Beratungsgutschein beläuft sich auf eine Fördersumme von 5.000 Euro.

Quelle: Hochschule Niederrhein