„Aluminium 2016“: Schrotte leisten wichtigen Beitrag zur Aluminiumversorgung

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Recycling-Aluminium auf der "Aluminium 2014" (Foto: Reed Exhibitions)

Düsseldorf — Aluminium-Recycling wird immer mehr zum Schlüsselfaktor in der Aluminium-Wertschöpfungskette. Gebrauchtes Aluminium ist zur ergiebigen und unverzichtbaren Rohstoffquelle geworden. Zudem leistet das Aluminium-Recycling einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung und Emissionsminderung. Das Potential und die technischen Möglichkeiten des Recyclings zeigt die „Aluminium 2016“ in Düsseldorf mit einem „Recycling Pavillon“.

Mit der „Recycling Pavillon“ spiegelt die „Aluminium“ die verstärkte Ausrichtung der Aluminiumindustrie auf die Themen Material- und Ressourceneffizienz wider. In Europa stammen nach Angaben des Branchenverbandes European Aluminium bereits 52 Prozent der Produktion aus Recycling-Aluminium. 2015 waren das 10.5 Millionen Tonnen. In Deutschland wurden im Jahr 2015 nach Angaben des Gesamtverbandes der Aluminiumindustrie (GDA) 620.100 Tonnen Aluminium im Umschmelzverfahren produziert – ein Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Produktion von Hüttenaluminium in Deutschland betrug im gleichen Zeitraum 541.400 Tonnen (plus 2 Prozent).

Nachfrage nach Schrotten steigt

Seit 2005 hat sich die weltweite Nachfrage nach Aluminium-Schrotten (Neuschrott aus der laufenden Aluminiumproduktion sowie Altschrott aus gebrauchten Produkten) verdoppelt und sie wird in den kommenden Jahren weiter stark steigen. Wie beim Primäraluminium ist auch hier der Verkehrssektor einer der Wachstumsmotoren. Autobauer wie Ford, Mercedes, BMW oder Jaguar bekennen sich zum recycelten Aluminium. Was die gesamte Aluminium verarbeitende Industrie vor Versorgungsprobleme stellt: Weltweit können derzeit nur ca. 30 Prozent des Aluminiumbedarfs aus Schrotten gedeckt werden. Innovationen beim Recycling entwickeln sich also zum entscheidenden Faktor für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Aluminium in den Anwendungsbranchen.

Aluminium-Branche baut Recycling-Kapazitäten aus

Um die gestiegene Nachfrage nach Aluminium zu bedienen und urbane Rohstoffquellen aus Schrotten künftig intensiver zu nutzen, baut die Branche ihre Recycling-Kapazitäten massiv aus. Neue Sortiertechnologien werden dabei mittelfristig an Bedeutung gewinnen. Erst Anfang Mai hatte der Aluminiumkonzern Hydro – Aussteller auf der „Aluminium 2016“ – eine neue Anlage für das Recycling von bis zu 50.000 Tonnen gebrauchter Getränkedosen pro Jahr in seinem Werk in Neuss in Betrieb genommen. Dabei setzt das Unternehmen auf eine selbst entwickelte und patentierte Sortiertechnik. Bereits Anfang des Jahres brachte Novelis gemeinsam mit Jaguar Land Rover eine neue Legierung mit einem Recyclinganteil von bis zu 75 Prozent auf den Markt, die sich vor allem für Strukturbauteile in der Serienproduktion im Karosseriebau eignet.

Das Aluminium-Recycling schließt nicht nur eine Versorgungslücke, sondern entwickelt sich zum Markttreiber in der Branche, der zudem Beschäftigung schafft: Nach Angaben von European Aluminium hängen in Europa bereits 6.000 Arbeitsplätze direkt und 25.000 indirekt am Aluminium-Recyclingkreislauf.

„Aluminium 2016“ zeigt Potential des Recyclings

Aber die Branche steht vor großen Herausforderungen – bei der Sortierung ebenso wie bei der Einschmelzung von Schrotten. Die Aufgaben für Verbraucher, Verarbeiter und die Recycler selbst reichen von der Schließung von Materialkreisläufen bis zu modernen, effizienten Recycling-Prozessen. Die „Aluminium 2016“ zeigt das nötige Knowhow und die Recyclingkompetenz der Industrie.

In Halle 11, die sich vorranging den Themen Primärproduktion und Recycling widmet, hat die Messe eine Sonderfläche mit Themenpavillon eingerichtet, in der auf Recycling spezialisierte Unternehmen ihre Lösungen zur Wiederaufbereitung von Aluminium-Schrotten zeigen. Der Recycling Pavillon wendet sich u.a. an Schrotthändler, Hersteller von Sortieranlagen, Zerkleinerungsanlagen, Umschmelzanlagen und Anbieter von Sekundäraluminium.

Quelle: Reed Exhibitions Deutschland GmbH