Erfolgreicher EVGE-Workshop: „Entsorgungs-Fachbetrieb – ein Instrument mit Zukunft“

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Quelle: EVGE - Europäische Vereinigung der Gemeinschaften zur Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben e.V.

Frankfurt/Bonn — Auf einen gut besuchten Workshop in Bonn blicken die in der EVGE Europäische Vereinigung der Gemeinschaften zur Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben organisierten deutschen Entsorgergemeinschaften zurück. Anlässlich der geplanten Novellierung der Entsorgungsfachbetriebeverordnung nach 20 Jahren erfolgreicher und bewährter Praxis trafen sich Sachverständige, Leitungspersonen zertifizierter Entsorgungsfachbetriebe, Verbands- und Behördenvertreter am 21.6.2016 in Bonn zu einer Zwischenbilanz.

Dabei gaben Prof. Dr. Wolfgang Klett, Köhler Klett Rechtsanwälte Köln, und RA Dr. Patrick Blümcke, talanwälte Wuppertal, einen umfassenden Einblick in die Historie des Entsorgungsfachbetriebes sowie in die aktuellen und geplanten Rechtsgrundlagen der Zertifizierung. Die Fachjuristen warnten eindringlich vor einer unverhältnismäßigen Ergänzung der reibungslos funktionierenden Eigenüberwachung durch überzogene weitere staatliche Kontrollen und Publizitätsanforderungen. Diese stellen einen nicht hinnehmbaren Eingriff in die Gewerbefreiheit dar und bergen die Gefahr einer sinkenden Akzeptanz und Bereitschaft der mit zusätzlichen Kosten verbundenen, aber letztendlich völlig freiwilligen Zertifizierung zur Qualitätsverbesserung der Branche.

Aus ihrer zwanzigjährigen Sachverständigen- bzw. zertifizierten Unternehmenspraxis– berichteten Bernd Eisfeld, BFUF CERT Umweltprüfungsgesellschaft mbH Hamburg, und Hartmut Schön, Vorsitzender der EVGE, über den „Vorteil Entsorgungsfachbetrieb“ . Beide verwiesen auf die mit dem Entsorgungsfachbetrieb verbundene Steigerung von Rechtssicherheit, Fachkompetenz und unternehmerischen Weiterentwicklung.

In der rege geführten Abschlussdiskussion wies Dr. Markus Weyers, Entsorgergemeinschaft der deutschen Entsorgungswirtschaft EdDE Köln, auf einen wesentlichen Punkt hin: Im „Entsorgungs-Fachbetriebsboot“ sitzen nicht nur die privaten Entsorgungsunternehmen, sondern seit Anfang an stellen sich auch viele kommunale Unternehmen der Städte und Gemeinden erfolgreich dieser freiwilligen Eigenüberwachung. Neue Hürden und mehr Bürokratie treffen demnach alle Markteilnehmer.

Somit bestand allgemeiner Konsens bei den Workshop-Teilnehmern, dass die vorgetragenen Bedenken und Sorgen mehr als berechtigt sind und man diese weiterhin mit Nachdruck an entsprechenden Stellen vortragen muss.

Die EVGE wurde am Ende Oktober 2004 in Köln gegründet. Aus Deutschland gehören die Entsorgergemeinschaften bvse-EG, EdDE, EGRW, ESA, ESGen Nord, EG Bau Berlin-Brandenburg, ESN und ESG Transport und Umwelt dazu. Aus Österreich hat der V.EFB, Wien, die Gründungssatzung unterzeichnet. Die Tschechische Republik ist durch SUCO, Prag, und die Slowakische Republik durch die ZOPNO, Bratislava, vertreten. Der VSMR, Verband Stahl-, Metall- und Papier-Recycling Schweiz, der BAV, Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter e.V., sowie der VDM, Verband Deutscher Metallhändler, sind assoziierte Mitglieder.

Quelle: EVGE Europäische Vereinigung der Gemeinschaften zur Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben e.V.