EU-Energieeffizienz-Richtlinie: BDEW lehnt Zwangsvorgaben ab

831
Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)

Berlin — Der BDEW kritisiert die Forderung des Europäischen Parlaments, das Energieeffizienz-Ziel für 2030 von 27 auf 40 Prozent anzuheben und verbindlich festzusetzen. Diese vernachlässige die Wechselwirkungen mit anderen Instrumenten – allen voran mit dem Europäischen Emissionshandelssystem.

Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, kommentierte: „Der Zertifikatehandel ist das zentrale Instrument für den europäischen Klimaschutz. Erst Anfang dieser Woche hat der EU-Umweltministerrat über Maßnahmen diskutiert, um das System zu stärken. Eine starke Anhebung des Effizienzziels würde diesen Maßnahmen zuwiderlaufen. Das wäre ein Eigentor.“

„Wir appellieren an die Europäische Kommission, bei der Revision der Europäischen Energieeffizienz-Richtlinie auf die Motivation der Unternehmen zu vertrauen und sie nicht durch neue, starre Vorgaben einzuengen. In Deutschland beobachten wir seit Jahren, dass dieser Ansatz gut funktioniert“, erklärte Kapferer. So habe sich die Energieproduktivität – also das Verhältnis der eingesetzten Energie zur erbrachten Wirtschaftsleistung – zwischen 1991 und 2015 um knapp 50 Prozent verbessert.

„Damit Energieeffizienz ein Gewinnerthema bleibt, brauchen die Unternehmen langfristig stabile Rahmenbedingungen und genügend Freiraum für die Ausgestaltung kosteneffizienter Maßnahmen.“ Zu strenge Vorgaben für Effizienzmaßnahmen könnten sich nachteilig auf die Entwicklung der europäischen Wirtschaft auswirken. Zudem würden Kontrollbürokratie und ein erheblicher administrativer Aufwand drohen. Das würde die öffentliche Akzeptanz für das Thema schwächen.

Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)