Qualität bleibt Thema: Der bvse-Altkunststofftag hat begonnen

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Quelle: bvse

Bonn — Der 19. Internationale Altkunststofftag hat heute in Bad Neuenahr mit mehr als 400 Teilnehmern begonnen. Die größte Konferenz zum Kunststoffrecycling in Europa weist ein umfangreiches Programm mit 40 Vortragenden in zwei Arbeitsgruppen, vier Workshops und eine zentrale Vortragsveranstaltung inklusive einer moderierten Podiumsdiskussion auf. Dazu gibt es noch ein ganze Reihe an begleitenden Treffen und Sitzungen, die bereits seit Montag stattfinden.

Diesjähriges Gastland der Tagung ist die Türkei. Dazu Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling: „Natürlich sind die politischen Spannungen mit der Türkei nicht wegzudiskutieren. Richtig ist aber auch, dass die Türkei ein wichtiger NATO-Verbündeter und ein zuverlässiger Wirtschaftspartner Deutschlands ist. Alle sind aufgerufen, jeder mit seinen Möglichkeiten, wieder mehr das Verbindende zu betonen und weniger das Trennende. Die Türkei ist ein langjähriger Partner des europäischen Kunststoffrecyclings. Der Austausch von Kunststoffabfällen zwischen den beiden Ländern funktioniert seit Jahren vorbildlich. Außerdem erlangt auch der Handel mit Recyclaten, die anschließend zu Kunststofferzeugnissen verarbeitet werden, eine immer größere Bedeutung.“

Ein wichtiges Thema, das die Kunststoffrecycler umtreibt, ist nach wie vor die Qualität. Dirk Textor: „Das ist ein Dauerbrenner, aber wir bleiben als Fachverband Kunststoffrecycling hier hartnäckig am Ball.“ Viele der angebotenen Sortierqualitäten haben sich in den letzten drei Monaten noch weiter verschlechtert. Dabei muss man laut Textor jedoch differenzieren: „Während einige Sortierer von Leichtverpackungen inzwischen durchaus darauf achten, die vereinbarten Qualitäten einzuhalten, gibt es immer noch zu viele Sortierer, die nach der Devise arbeiten: ‚Masse statt Klasse‘.“

Überprüfungen der Sortierqualitäten durch unabhängige Sortiertrupps bestätigen diese Einschätzung. Ein Großteil der Mischkunststofff-Faktionen ist nicht spezifikationsgerecht. „Es gibt noch Spielraum, um Sammlung und Sortierung von Kunststoffabfällen quantitativ und qualitativ deutlich auszubauen. Hier sehen die Kunststoffrecycler – vor allem auch die Dualen Systeme – in der Pflicht, die Kunststoffsortierung klar zu verbessern.“

In diesem Zusammenhang verweist der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling auf die Ergebnisse der GBP Quality GmbH, die eine eigene, unabhängige Überprüfung der Sortierqualitäten anbietet. Unabhängige Sortieranalysen zeigen für 2016, dass der Anteil an nicht spezifikationsgerechten Mischkunststoff-Anlieferungen zwischen 75 und 100 Prozent beträgt.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.