DBFZ: Insgesamt über 100 Projekte im Jahr 2015 zur Biomasseforschung bearbeitet

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Quelle: Deutsches Biomasseforschungszentrum (DBFZ)

Leipzig — Zahlreiche Forschungsarbeiten im Bereich der energetischen und integrierten stofflichen Nutzung von Biomasse haben im vergangenen Jahr 2015 die Arbeit am Deutschen Biomasseforschungszentrum geprägt. Darüber hinaus konnte das Leipziger Institut seine nationalen und internationalen Forschungskontakte weiter ausbauen und sich durch zahlreiche neue Publikationen und Veranstaltungen in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit positionieren. Diese und eine Vielzahl weiterer Aspekte des Jahres 2015 sind nachzulesen im DBFZ-Jahresbericht.

Trotz der deutlich schwierigeren Rahmenbedingungen für die Bioenergieforschung stellte 2015 das bisher stärkste „Drittmittel-Jahr“ für das DBFZ dar. So konnten im vergangenen Jahr zahlreiche neue F&E-Vorhaben gestartet und insgesamt über 100 Projekte bearbeitet werden. Neben zahlreichen Verbund- und Marktprojekten zählten hierzu auch große EU-Vorhaben wie das Projekt „SECTOR – Production of Solid Sustainable Energy Carriers from Biomass by Means of Torrefaction“, das Ende 2015 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Das Projektziel für die mehr als 20 internationalen Partner aus Wissenschaft und der Industrie war die Weiterentwicklung und die Markteinführung von Torrefizierungstechnologien sowie torrefizierter Biomasse. Zu den Highlights zählte auch das Vorhaben „Biomassepotenziale von Rest- und Abfallstoffen – Status Quo in Deutschland“, das gemeinsam mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) und der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) durchgeführt wurde und erfolgreich aufgezeigt hat, dass rund ein Drittel des technischen Reststoffpotenzials in Deutschland (im Wesentlichen Waldrestholz, Stroh, Gülle und Mist) derzeit noch ungenutzt ist.

In einem Interview geht die stellvertretende wissenschaftliche Geschäftsführerin des DBFZ, Prof. Dr. Daniela Thrän (DBFZ/UFZ/Universität Leipzig) darüber hinaus auf das Konzept der „Smart Bioenergy“ ein und erläutert die Bedeutung des weiteren Ausbaus der erneuerbaren Energien für eine erfolgreiche Energiewende: „Für die Energiewende und den Klimaschutz sind die Möglichkeiten heute besser denn je. So wie die Diskussion momentan geführt wird, bin ich allerdings sehr besorgt, ob dem Ausbauboom jetzt nicht ein übertriebener Abbau folgen könnte. Eine verbesserte politische Stabilität ist unbedingt erforderlich, damit das Wissen und die technische Weiterentwicklung der energetischen Biomassenutzung für die Zukunft sicher gestellt ist“, so Thrän.

Auch im internationalen Bereich konnte sich das DBFZ durch eine Vielzahl von neuen Kontakten und Kooperationen (insbesondere in der EU, Südamerika, China und Indien) als wichtiges Forschungszentrum im Bereich der energetischen und integrierten stofflichen Verwertung von Biomasse etablieren und damit auch die internationale Sichtbarkeit des DBFZ weiter ausbauen. So werden in einem von der Weltbank teilfinanzierten Forschungsvorhaben insgesamt sechs Biogasanlagen in der chinesischen Provinz Hebei mit Know-how und Technik „Made in Germany“ unterstützt. Die hochkarätige internationale Expertengruppe zur wissenschaftlichen Begleitung wird geleitet von Prof. Dr. Michael Nelles, dem wissenschaftlichen Geschäftsführer des DBFZ. Wie sehr sich die beiden Länder in den vergangenen Jahren wissenschaftlicher Forschungskooperation angenähert haben, zeigte sich auch beim Besuch der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel Ende Oktober 2015 in China. Hier konnte Prof. Nelles als Vertreter des DBFZ sowie der Universität Rostock das 30-jährige Jubiläum der erfolgreichen Zusammenarbeit der Universität Hefei mit deutschen Universitäten und Forschungsinstituten im Bereich der Biomasse- und Abfallverwertung repräsentieren.

Der DBFZ-Jahresbericht kann unter dbfz.de heruntergeladen werden.

Quelle: DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH