Energiesparlampen und Bauschaumdosen: Baumärkte erschweren Entsorgung

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Rückgabe von gebrauchten Bauschaumdosen (Foto: © Steffen Holzmann / DUH)

Berlin — Verbraucher werden in deutschen Baumärkten weiterhin schlecht über Entsorgungsmöglichkeiten von schadstoffhaltigen Produkten, wie zum Beispiel Baumschaumdosen oder Energiesparlampen, informiert. Zudem wird die Rückgabe solcher Produkte erschwert. Dies ist das Ergebnis aktueller Testbesuche der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in 65 Filialen von neun Baumarktketten in Bayern und Baden-Württemberg.

Als Anbieter von schadstoffhaltigen Produkten müssen Baumärkte zu deren umweltgerechter Entsorgung beitragen. Allerdings kommen nach Ansicht der DUH die Händler ihren gesetzlichen Informationspflichten häufig nicht ordnungsgemäß nach. Die Deutschen Umwelthilfe fordert deshalb alle Baumarktketten dazu auf, Umweltgesetze einzuhalten sowie die Information und Rücknahmemöglichkeiten schadstoffhaltiger Produkte flächendeckend auf ein exzellentes Niveau anzuheben.

Mit mangelhaft bis mittelmäßig bewertet

Wie die Testbesuche ergaben, erhielten im Schnitt alle untersuchten Baumärkte eine mangelhafte bis mittelmäßige Bewertung bezüglich Information und Rücknahme von Bauschaumdosen und Energiesparlampen. Besonders negativ fiel auf, dass keine einzige der neun getesteten Baumarktketten im Gesamtergebnis einen guten oder sehr guten Kundenservice erreichte. Die Filialen der BayWa Bau- und Gartenmärkte schnitten im Vergleich am besten ab. Abgeschlagen auf dem letzten Platz liegen die Hornbach-Baumärkte. Auch die Hagebaumärkte enttäuschten mit einem mangelhaften Kundenservice.

Defizite bestanden vor allem bei der schriftlichen und mündlichen Kundeninformation. Bei über 90 Prozent der besuchten Baumärkte fehlten schriftliche Hinweise zur Getrenntsammlung und zu den Rückgabemöglichkeiten von Energiesparlampen an den Verkaufsregalen. Obwohl beim Verkauf von Bauschaumdosen eine gesetzliche Informationspflicht besteht, erhielten die Testbesucher in 13 Fällen keine oder falsche Hinweise zur Entsorgung ausgedienter Dosen. Unter anderem wurde empfohlen, Bauschaumdosen im Hausmüll zu entsorgen.

Falschinformationen und erschwerte Rückgabe

„Es ist vollkommen inakzeptabel, dass der Fachhandel seine Kunden nicht oder falsch über die Entsorgung schadstoffhaltiger Produkte informiert und gesetzliche Informationspflichten missachtet. Die Ergebnisse unserer Testbesuche stehen in krassem Widerspruch zu den Umweltberichten auf Hochglanzpapier. Wer Umweltschutz tatsächlich ernst nimmt, muss diesen in der Praxis auch konsequent umsetzen und es nicht bei wohlfeilen Bekundungen belassen“, kritisiert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Resch fordert die Vollzugsbehörden der Länder dazu auf, endlich Kontrollen durchzuführen und durch das konsequente Verhängen von Bußgeldern sowie der Veröffentlichung festgestellter Verstöße den Schutz der Umwelt und der Verbraucher zu sichern.

Noch immer versuchen einige Baumärkte, Verbrauchern die Rückgabe von Bauschaumdosen und Energiesparlampen durch Einschränkungen zu erschweren. In solchen Fällen durften schadstoffhaltige Produkte nur bei einem Neukauf oder gegen die Vorlage eines Kassenzettels abgegeben werden. „Der Handel trägt als Inverkehrbringer schadstoffhaltiger Bauschaumdosen und Energiesparlampen eine besondere Verantwortung für deren Rücknahme und ordnungsgemäße Entsorgung. Wenn Verbrauchern durch gezielte Einschränkungen eine Rückgabe unmöglich gemacht wird, dann verspielen die Baumärkte ihre Glaubwürdigkeit beim Umweltschutz“, sagt die DUH-Projektmanagerin für Kreislaufwirtschaft Hanna Grießbaum. Nach ihrer Einschätzung bietet die Information und Rücknahme schadstoffhaltiger Produkte die Möglichkeit, sich durch einen exzellenten Service positiv abzuheben und Kunden langfristig zu binden.

Die vollständigen Ergebnisse des DUH Service-Checks für alle getesteten Baumarktfilialen sowie eine Checkliste der geprüften Kriterien sind im Internet unter duh.de zu finden.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH)