Verpackungsrecycling: mtm plastics GmbH startet „Aufruf zur Vernunft“

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Kunststoffrecycling (Foto: Erema)

Niedergebra — Die Quoten für die Kunststoffverwertung müssen angepasst werden, meinen die Geschäftsführer der mtm plastics GmbH, Dr. Michael Scriba und Torsten Meyer. Das BMUB habe erneut einen überarbeiteten Kompromissvorschlag vorgelegt, der absolut tragbare Vorgaben enthalte. Eine Anhebung wäre einfach, und über die Größenordnung bestehe ebenfalls weitgehende Einigkeit. Noch im Juni müsse ein Kompromiss zur Anhebung der Recyclingquoten gefunden werden, damit das BMUB noch in dieser Legislaturperiode eine Reform auf den Weg bringen kann. Scriba und Meyer appellieren daher an alle am Gesetzgebungsverfahren Beteiligten, die Chance, in dieser Legislaturperiode einen Schritt nach vorne zu tun, jetzt nicht zu verspielen.

Worum geht es? Die beiden Geschäftsführer der mtm plastics GmbH nennen folgende Punkte:

„1. Der aktuelle Zustand des Verpackungsrecyclings in Deutschland ist verbesserungsfähig. Es herrscht Stillstand beim technischen Fortschritt, Investitionen liegen auf Eis, gute Mitarbeiter verlassen die Branche. Während sich Kommunen und Industrie seit Jahren gegenseitig blockieren (jede Seite mit mehr oder weniger guten Argumenten), verschlechtert sich die Situation des Kunststoffrecyclings langsam immer weiter. Die Qualitäten der vorsortierten Abfälle werden nicht besser, die Ausbeuten sinken, die hohe Nachfrage nach Recyclingkunststoffen wird immer wieder enttäuscht: Es ist einfach nicht genügend Material auf dem Markt. Dabei spart jede Tonne Recyclingkunststoff, die Neuware ersetzt, über 2 Tonnen CO2 ein.

2. Die gesetzlichen Verwertungsquoten für Kunststoffverpackungen, die letztlich sicherstellen, dass im Wettbewerb der Lösungen eine gemeinsame Ausgangsbasis besteht, datieren von 1991. Die geforderten 36 Prozent werden locker erfüllt, vor allem seitdem sie faktisch einmal gesenkt wurden, als die Umstellung auf die Lizenzmengen der Dualen Systeme als Bezugsgröße erfolgte.

3. Im Ergebnis bleibt Deutschland damit weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Der Vorsprung, den wir einmal hatten, wird zunehmend kleiner. Als Vorbild für unsere Nachbarn ist der derzeitige Zustand auf keinen Fall mehr geeignet, er dient eher der Belustigung.

4. Gleichzeitig diskutieren wir weltweit über Kunststoffe in der Umwelt und in den Ozeanen. Alle Beteiligten in der deutschen Industrie sind bereit, etwas dagegen zu tun, und zwar indem unser seit 1991 aufgebautes Sammel-, Sortier- und Verwertungssystem weiter verbessert und ausgebaut wird.“

Der Appell richtet sich an alle am Gesetzgebungsverfahren Beteiligten, am Kompromiss zur Verbesserung des Verpackungsrecyclings mitzuarbeiten. Michael Scriba und Torsten Meyer: „Wer weiter Maximalforderungen stellt, wer seine Eitelkeiten pflegt, wer dieses wichtige Thema zu parteipolitischen Profilierung missbraucht, der sollte sich fragen, wem er damit nutzt. Die Umwelt hätte in jedem Fall das Nachsehen.“

Stellungnahmen werden erbeten an m-scriba@mtm-plastics.eu, t- meyer@mtm-plastics.eu oder uli.martin@komma-martin.de.

Quelle: Michael Scriba / Torsten Meyer