Österr. Recycling-Baustoffverordnung: 150 Rückbau-kundige Experten helfen

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Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband (BRV)

Wien — Die österreichische Recycling-Baustoffverordnung verlangt ab Januar 2016 bei jedem verwertungsorientierten Rückbau – verpflichtend – den Einsatz einer Rückbau-kundigen Person, sofern es sich nicht um Großbauvorhaben handelt. Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband (BRV) hat schon im Vorfeld mit der Ausbildung von Rückbau-kundigen Personen begonnen. Dadurch wird es möglich sein, dass schon binnen eines halben Jahres nach Inkrafttreten der Verordnung 150 Rückbau-kundige Personen in ganz Österreich zur Schad-/Störstofferkundung zur Verfügung stehen.

Verwertungsorientierter Rückbau

Seit Jahresbeginn ist bei Abbruch von Bauobjekten ein verwertungsorientierter Rückbau verpflichtend vorgeschrieben. Nur bei Kleinstobjekten unter 100 t Baurestmassen ist keine Dokumentation einer Schad- und Störstofferkundung notwendig. Bei allen anderen Abbrüchen, beispielsweise Verwaltungsbauten, Schulen, Straßen, Einfamilienhäusern ist der Einsatz einer Rückbaukundigen Person von Nöten.

Diese Fachkraft, die neben einer bautechnischen oder chemischen Ausbildung über entsprechende Kenntnisse (Abfallrecht, Abbruchtechnik, Recycling-Baustoffverordnung, …) verfügen muss, wird benötigt, um

  • eine Objektbeschreibung durchzuführen
  • die Schad- und Störstofferkundung vorzunehmen
  • ein Rückbaukonzept zu erstellen
  • die Freigabe des Abbruchobjektes nach Entfernung der Stör- und Schadstoffe zu bestätigen.

Der BRV bietet ein geeignetes Seminar an, das die entsprechenden Kenntnisse vermittelt.

Liste Rückbau-kundiger Personen im Internet

Um den Auftraggebern (Bauherrn) möglichst umfangreich eine Auflistung Rückbau-kundiger Personen bieten zu können, hat der BRV schon im Herbst 2015 im Internet eine Liste möglicher Experten publiziert. Derzeit (Stand Juni 2016) sind 150 Fachkräfte, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, unter brv.at auf dieser Liste einsehbar. Die meisten Rückbau-kundigen Personen finden sich derzeit in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark: Die Auswahl ist groß – alleine in Niederösterreich kann aus 49 Anboten gewählt werden!

„Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband unterstützt die Intention des Ministeriums, eine Schadstofferkennung und -entfrachtung noch vor der eigentlichen Abbruchtätigkeit durchzuführen“, erklärt Martin Car, Geschäftsführer des BRV. „Wir wollen mit dieser gratis einsehbaren Liste dem Auftraggeber die Möglichkeit einräumen, einen möglichst regional leicht erreichbaren Experten kontaktieren zu können, um die gesetzliche Verpflichtung rasch umsetzen zu können. Durch die Auflistung möglicher Experten können auch mehrere Angebote eingeholt werden und der Bestbieter kostengünstig ermittelt werden.“

Der Baustoff-Recycling Verband bildet nicht nur Rückbau-kundige Personen in Form eines Dreitagesseminars aus, er bietet auch halbtägige und ganztägige Informations- veranstaltungen in mehreren Bundesländern zum Thema verwertungsorientierter Rückbau bzw. Abbruch.

Eine Liste entsprechender Veranstaltungen kann unter brv.at(1) eingesehen oder unter brv.at(2) heruntergeladen werden.

Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband