BMZ unterstützt Klärschlammbehandlung und -entsorgung in Tunesien

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Tunis (Foto: ©Karl-Heinz Liebisch / http://www.pixelio.de)

Berlin — Tunesien muss als wasserarmes Land jeden Tropfen Wasser nutzen. Denn das nördlichste Land in Afrika hat ein arides Klima, mit mediterranen Einflüssen in der Küstenregion. Doch mit gestiegenen Wasserverbrauch in Haushalten und Industrie steigt auch die Abwassermenge an, die in Kläranlagen gereinigt werden muss. Im Reinigungsprozess fällt neben gereinigtem Abwasser Klärschlamm als „Abfallprodukt“ an. Wie der Klärschlamm weiter verwertet werden kann, untersuch(t)en zwei Projekte mit deutscher Unterstützung.

Die über 100 Kläranlagen des Landes produzieren je 1000 Kubikmeter Abwasser etwa einen Kubikmeter Klärschlamm. Insgesamt sind das jährlich rund 240.000 Kubikmeter Klärschlamm; über die Hälfte davon entsteht im Großraum Tunis. Der Klärschlamm – die jährlich anfallende Menge bedeckt 29 Fußballfelder einen Meter hoch – wird derzeit überwiegend auf dem Gelände der Kläranlagen zwischengelagert. Oder er wird auf nicht ordnungsgemäßen Deponien entsorgt, in Flüsse oder das offene Meer geleitet.

Tunesien steht demnach vor der Herausforderung, eine geeignete Verwertung oder sichere Wege für die Entsorgung der anfallenden Klärschlämme zu finden. Gemeinsam mit der tunesischen Regierung hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) deshalb vereinbart, den Wassersektor zum Schwerpunkt der deutsch-tunesischen Entwicklungszusammenarbeit zu machen und durch das Programm „Klärschlammbehandlung und -entsorgung“ einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit im Wassersektor zu leisten. Als erster Schritt wurde 2006 die nationale Abwasserbehörde dabei unterstützt, einen Verwertungs- und Entsorgungsplan aufzustellen. Dieser sieht drei Wege vor: die landwirtschaftliche Nutzung, die Verbrennung und die Deponierung.

In weiteren Projekten des BMZ in Tunesien, die über die KfW realisiert werden, geht es auch darum, die Energiekosten auf Kläranlagen zu senken. Dazu wird das im Faulprozess freiwerdende Methangas gesammelt und in Strom und Wärme umgewandelt.

Das Projekt „Klärschlammbehandlung und -entsorgung in Tunesien“ und „Klärschlammentsorgung in 10 Kläranlagen“ und einer Laufzeit von 2011 bis 2018 wird mit 9,4 Millionen Euro (BMZ) und 17,6 Millionen Euro (KfW) unterstützt. Die „Landwirtschaftliche Nutzung von Klärschlamm und Abwasser in Tunesien“, das 2014 abgeschlossen wurde, erhielt 2 Millionen Euro.

Weitere Informationen sind unter bmz.de erhältlich. 

Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)