Ein Jahr „Zero Pellet Loss“-Initiative in Österreich zeigt Erfolge

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Quelle: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

Wien — Um Plastik in der Umwelt zu reduzieren, schloss Umweltminister Andrä Rupprechter im Frühling 2015 mit dem Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) einen „Zero Pellet Loss“-Pakt. Seit Beginn der Initiative ist die Anzahl der teilnehmenden österreichischen Unternehmen stetig gewachsen und der Anteil an verlorenen Kunststoff-Teilchen deutlich geschrumpft. Mittlerweile wurden laut Umsetzungsbericht des FCIO bei einer Gesamtproduktions- und Verarbeitungsmenge von rund 2 Millionen Tonnen Kunststoff in Österreich die Verluste von 4,9 Kilo/Tag auf weniger als 1 Kilo/Tag reduziert.

Der „Zero Pellet Loss“-Pakt enthält einen Zehn-Maßnahmen-Plan zur Vermeidung des Austritts von Kunststoffgranulat in die Umwelt. Jährlich werden durchschnittlich 41 Tonnen Kunststoff über die Donau abtransportiert, ca. 90 Prozent davon sind auf Einträge auf Grund von Windverfrachtung, Abschwemmung und Littering zurückzuführen.

Borealis „so gut wie pellet-dicht“

Im Rahmen der „Zero Pellet Loss“-Initiative arbeitet der Kunststoffhersteller Borealis an technischen Neuerungen und weiteren Maßnahmen, deren Wirksamkeit vom österreichischen Umweltbundesamt durch Messungen im Abwasser kontrolliert werden. Durch den Einbau von besseren Filtern in den Abwasseranlagen, die Festlegung genauerer Reinigungsrichtlinien und die Schulung der Mitarbeiter konnten Risiken im Bereich „Pellet Loss“ weiter reduziert und nahezu eliminiert werden. Das Werk in Schwechat ist nach Darstellung des österreichischen Bundesumweltministeriums nun „so gut wie pellet-dicht“. Borealis arbeitet derzeit daran, zusätzlich zu den vorhandenen Abscheideanlagen ein hochmodernes Filtrationssystem zur Abscheidung von Kunststoff-Rohstoffen zu bauen.

„Borealis hat den Schutz der Umwelt fest in der Unternehmensphilosophie verankert. Die bisher gesetzten Maßnahmen zeigen, dass Risiken im Bereich ‚Pellet Loss‘ bereits reduziert und nahezu eliminiert werden konnten. Gemeinsam mit unabhängigen wissenschaftlichen Einrichtungen arbeiten wir daran, neue Maßstäbe im Gewässerschutz setzen zu können. Mit dem Einsatz von ‚bestverfügbaren Technologien‘ streben wir eine Vorreiterrolle in Europa an“, erklärt Alfred Stern, Borealis Vorstandsmitglied für den Bereich Polyolefine und Innovation & Technologie.

Umweltbundesamt forciert europäische Zusammenarbeit

„Das Umweltbundesamt kontrolliert die Wirksamkeit der Maßnahmen, prüft die Kunststoff-Emissionen von Borealis und unterstützt das Unternehmen damit auf dem Weg zu einem Vorreiter für Europa zu werden“, erklärt Karl Kienzl, stellvertretender Geschäftsführer im Umweltbundesamt. Nach Schätzungen gelangen jährlich Millionen Tonnen Plastik in die Meere; über 80 Prozent kommen vom Festland, das meiste über die Flüsse.

„Zur Reduktion von Plastik in der Umwelt sind eine europaweit koordinierte Vorgehensweise und der Dialog mit den verschiedenen Stakeholdern essentiell“, fügt Kienzl hinzu. Das Umweltbundesamt liefert dazu als unabhängige Experteneinrichtung wertvolle Grundlagen und arbeitet im Netzwerk der Europäischen Umweltagenturen an einheitlichen Messmethoden, an europaweit vergleichbaren Daten und an der Identifizierung der wirksamsten Hebel, um die Plastikverschmutzung der Umwelt zu eliminieren.

Quelle: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft