Innovativ & umweltfreundlich: MSW stellte neue Art der Muschelkalk-Aufbereitung vor

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Aufbereitungsanlage der MSW in Mönsheim (Foto: MSW)

Stuttgart – Ressourcenschonend und klimafreundlich: Genau diese Eigenschaften kennzeichnen das neue Aufbereitungsverfahren von Muschelkalk, das die MSW Mineralstoffwerke Südwest GmbH & Co. KG ab jetzt einsetzt. MSW-Geschäftsführer Benedikt Fahrland stellte die umweltschonende Technologie im Steinbruch in Mönsheim zusammen mit dem Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE) im Rahmen der Nachhaltigkeitstage 2016 des Umweltministeriums Baden-Württemberg vor.

„Ich freue mich, Ihnen heute unsere innovative Lösung erläutern zu können, die den Ressourcenverbrauch beim Abbau von Muschelkalk um 30 Prozent sinken lässt und es gleichzeitig möglich macht, unsere Lagerstätten länger nutzen zu können“, erkärte MSW-Geschäftsführer Benedikt Fahrland. Bislang verlief die Aufbereitung des stark lehmdurchsetzten Muschelkalk im Mönsheimer Schotterwerk unbefriedigend. Da herkömmliche Aufbereitungsschritte nicht funktionierten, blieb das abgebaute Material ungenutzt im Steinbruch liegen.

Dosierte Zugabe von Branntkalk

„Glücklicherweise kam die Firma BHS aus Sonthofen mit einer tollen Idee auf uns zu“, betonte Fahrland. Durch die dosierte Zugabe von ca. 0,8 Prozent Branntkalk wird nun das lehmhaltige Vorsiebmaterial 0 bis 120 mm in einem Doppelwellenmischer abgelöscht, so dass sich die unerwünschten Lehmanteile vom Stein lösen. Diese werden mit einem relativ geringen verbleibenden Steinanteil bei ca. 22 mm abgesiebt, während das gereinigte Material 22 bis 120 mm an den Vorbruch und damit in den Aufbereitungsprozess zurückgeführt wird . Die Nutzung des Rohstoffes steigt dadurch von bisher etwa 65 Prozent auf über 90 Prozent.

Ein Vorgehen, das auch das Bundesumweltministerium überzeugte. Im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms fördert es die neue Technologie aufgrund der erstmaligen großtechnischen Nutzung dieser Technik mit einem Investitionszuschuss in Höhe von 150.000 Euro.

Thema eines nachhaltigen Wirtschaftens

Im Rahmen der so genannten Nachhaltigkeitstage unter der Federführung des baden-württembergischen Umweltministeriums war auch Ministerialdirigent Martin Eggstein an Ort und Stelle und äußerte sich lobend über das nachhaltige Engagement in Mönsheim: „Für das Umweltministerium ist die Ressourceneffizienz und damit der intelligente Umgang mit Rohstoffen eines der entscheidenden Themen eines nachhaltigen Wirtschaftens. Aber was nützen uns Leitfäden und Forschungsvorhaben, wenn es keine wirklichen Unternehmer gäbe, die zusammen mit einer motivierten Belegschaft richtungsweisende Investitionen wagen?!“

Dem beispielhaften Beitrag für mehr Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit und Standortsicherung zollte ebenso Kai Fischer vom Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg Respekt. Da die Rohstoffvorkommen im Land nicht vermehrbar und auch häufig aufgrund sehr hoher Hürden für die Zulassungsverfahren unzugänglich sind, hätten die Unternehmen wie MSW ergänzende Baustoffrecyclingaktivitäten aufgebaut. Die Zugabe von Branntkalk zum Vorsiebmaterial in einer Mischanlage führe zu einem CO2-Minderungspotenzial von 30 Tonnen pro Jahr. „Bleiben Sie weiterhin so innovativ“, wünschte Fischer.

Das Schotterwerk in Mönsheim produziert jährlich rund 400.000 Tonnen unterschiedlicher Gesteinskörnungen und Baustoffgemische. Das mittelständische Familienunternehmen MSW mit Sitz in Stuttgart-Untertürkheim wird seit 2010 von Cathrin Fahrland, einer Urenkelin von Firmengründer Heinrich Mertz, und ihrem Ehemann Benedikt Fahrland in vierter Generation geführt.

Quelle: MSW Mineralstoffwerke Südwest GmbH & Co. KG