EUBP: Revision des EU Abfallrechts würde die Rolle von Biokunststoffen stärken

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Quelle: european bioplastics

Berlin — Vergangene Woche wurden die Berichtsentwürfe zur Revision des EU Abfallrechts der Europaabgeordneten Simona Bonafè, Berichterstatterin des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments, veröffentlicht. European Bioplastics (EUBP), der europäische Verband der Biokunststoffindustrie, begrüßt diese Berichte. Sie weisen nach Ansicht des Verbandes den gesetzlichen Weg, um den Wandel von einer linearen Wirtschaft hin zu einer Kreislaufwirtschaft erfolgreich zu vollziehen. Für das Ziel der effizienten Ressourcennutzung in einer kohlenstoffarmen Wirtschaft gelte es auch, Abfall als wertvolle Ressource zu behandeln.

„Wir begrüßen den klaren und ambitionierten Standpunkt der Berichterstatterin Bonafè, die bessere Marktbedingungen für erneuerbare Rohstoffe schaffen und biobasierte Materialien im Verpackungsbereich stärken möchte“, betont François de Bie, Vorstandsvorsitzender von European Bioplastics. „Dies sind richtige und wichtige Signale an unsere Branche und an Investoren in die europäische Bioökonomie.“

Faire Wettbewerbsbedingungen schaffen

Im Berichtsentwurf zur Verpackungsrichtlinie fordert die Abgeordnete die Europäische Kommission zudem auf, eine Machbarkeitsstudie zum Einsatz von biobasierten und/oder biologisch abbaubaren Verpackungslösungen im Nahrungsmittelbereich durchzuführen. „Wir hoffen, dass diese Maßnahmen dazu führen, dass EU-Mitgliedsstaaten die Vorteile von biobasierten und/oder biologisch abbaubaren Produkten erkennen und faire Wettbewerbsbedingungen schaffen“, meint de Bie.

Der Bericht des Umweltausschusses zur Revision der Abfallrahmenrichtlinie legt besonderen Fokus auf die Definitionen von Bioabfall und Verwertung. Unter Verwertung sollte laut dem Bericht ebenfalls organische Verwertung (Kompostierung und anaerobe Vergärung von Bio- abfall) fallen. Darüber hinaus befürwortet der Bericht eine zukunftsorientierte Definition von Bioabfall, die „weitere Materialien mit vergleichbaren Eigenschaften der Bioabbaubarkeit und Kompostierbarkeit“ einschließt.

Höhere Recyclingziele erreichbar

„Diese Änderungen sind essentiell, um höhere Recyclingziele erreichen zu können. Sie ermöglichen es, bisher nicht gesammelte Bioabfallvolumen zu erfassen und das Leistungspotential von kompostierbaren Produkten auszuschöpfen. Der größte Teil der Siedlungsabfälle in Europa (bis zu 50 Prozent) ist Bioabfall, wovon derzeit lediglich 25 Prozent1 gesammelt und recycelt werden“, erklärt de Bie. Der Bericht fordert die verpflichtende Bioabfallsammlung bis 2020 sowie unterstützende Maßnahmen zur Erhöhung der organischen Verwertung von Bioabfällen auf 65 Prozent bis 2025. Zudem soll der Anteil des deponierten Restmülls bis 2025 auf 25 Prozent und bis 2030 auf 5 Prozent reduziert werden.

„Wir begrüßen, dass die Berichtsentwürfe die Verbindung zwischen Bioökonomie und dem verantwortungsvollen Gebrauch von nicht-fossilen Rohstoffen in Verpackungen hervorheben und Ressourceneffizienz entlang des gesamten industriellen Produktionszyklus, von biobasierten Rohstoffen und Produkten bis hin zur Sammlung und Verwertung von Bioabfall, fördern. Die von Frau Bonafè vorgeschlagenen Maßnahmen ermöglichen es der Biokunststoffbranche und der europäischen Bioökonomie, ihr ökologisches, soziales und wirtschaftliches Potenzial auszuschöpfen, neue Geschäftsperspektiven sowie neue hochqualifizierte Langzeitarbeitsplätze zu schaffen, und dabei die Umwelt zu schützen und einen nachhaltigen und effizienten Umgang mit unseren Ressourcen zu fördern“, unterstreicht Hasso von Pogrell, Geschäftsführer von European Bioplastics. „Die Berichte sind eine sehr gute Grundlage für die nun folgenden Diskussionen mit dem Europäischen Parlament und weiteren relevanten Akteuren zur Entkoppelung unserer Wirtschaft von fossilen Rohstoffen und für den Wandel hin zur Kreislaufwirtschaft.“

Quelle: European Bioplastics