IKB: Nickelproduktion nur leicht gesunken, Ferrochrom-Versorgung weiterhin gut

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Euromünzen enthalten Nickel (Foto: Kroll/recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Die Nickelproduktion sank 2015 entgegen ursprünglich Erwartungen nur um rd. 0,5 Prozent. Die Versorgung mit Ferrochrom ist 2016 unverändert sehr gut. Und die Die Molybdännachfrage leidet primär an der Schwäche der Öl- und Gasindustrie, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Obwohl der Nickelverbrauch um knapp 1 Prozent zulegte, kam es zu einem erneuten Angebotsüberschuss von 100.000 t. Wichtige Impulse für den Nachfrageanstieg kamen von der globalen Edelstahlproduktion. Für 2016 sieht die IKB eine um rund 3,5 Prozent sinkende Nickelproduktion sowie einen Zuwachs (+3,5 Prozent) im Verbrauch von Nickel. Dies dürfte mit einem kleinem Angebotsdefizit von 50.000 t korrespondieren. Dieses könnte jedoch problemlos aus den Beständen gedeckt werden. Die Lagerbestände an der LME von immer noch 400.000 t sowie knapp 100.000 t an der SHFE verhindern Preissprünge. Die IKB erwartet bei den Nickelpreisen bis Ende des dritten Quartals 2016 unverändert Notierungen in einem Band von 1.000 US-$ je Tonne um 9.000 US-$ je Tonne. Gegen Jahresende ziehen die Notierungen an.

Da die Versorgung mit Ferrochrom bislang weiterhin sehr gut verläuft, nimmt bei einer nur leichten Ausweitung der Rostfrei-Produktion der Bedarf an Ferrochrom entsprechend auch etwas zu. Für das zweite Quartal 2016 wurde der Benchmark-Preis zwischen europäischen Werken und südafrikanischen Ferrochromschmelzen um weitere 11 Prozent abgesenkt. Dies sollte allerdings langsam zur Bodenbildung führen. Die chinesischen Ferrochromproduzenten sind nicht mehr profitabel. Die Aufwertung des südafrikanischen Rand zum US-Dollar macht Einfuhren teurer. Die Industriebank sieht bis Ende September 2016 eine Preisbewegung um 1,90 US-$ je Pound in einer Bandbreite von 0,25 US-$ je Pound.

Im Jahr 2015 entwickelte sich Molybdän am schwächsten von allen Industrierohstoffen: Die Produktion sank um 11 Prozent, der Verbrauch um 9,4 Prozent. Es ergab sich trotzdem noch ein Angebotsüberschuss von 8,5 Mio. lbs. Die Molybdännachfrage wird vor allem durch die Schwäche der Öl- und Gasindustrie gebremst. Der Markt für Ferromolybdän scheint sich langsam zu entspannen: Mittlerweile haben einige Ferromolybdänproduzenten größere Produktionskürzungen vorgenommen. Der Markt ist im Moment einigermaßen ausbalanciert. Daher könnte dieser nach Jahren hoher Angebotsüberschüsse im laufenden Jahr eventuell sogar in ein kleines Defizit hineinlaufen. Gegen Ende der Dekade dürfte der Bedarf aber anziehen. Die IKB sieht bis Ende des dritten Quartals 2016 den Ferromolybdänpreis bei rund 17,50 US-$/ je Kilogramm mit einer Bandbreite von 2,50 US-$ je Kilogramm.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank