PAV GmbH erhält Grünen Engel für innovative Recyclat-Bahnschwelle

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Dr. Frank Giesel, Geschäftsführer PAV Plastic-Aufbereitungs- und Verarbeitungs-GmbH (Bild: bvse)

Bonn — Für ihre Kunststoffrecyclat-Bahnschwelle RPT® ist die PAV Plastic-Aufbereitungs- und Verarbeitungs-GmbH letzte Woche auf dem bvse-Messeabend zur IFAT mit dem „Grünen Engel“, dem Mittelstandspreis für das Recycling, ausgezeichnet worden. Die RPT-Bahnschwelle stellt mit ausgezeichneter Ökobilanz und hervorragenden Dämpfungseigenschaften für hörbaren und Körperschall eine gleichermaßen innovative wie ökologisch nachhaltige Recyclinglösung dar.

Aus dem Bewerberpool von insgesamt fünf ausgeschriebenen Kategorien wurden auf dem bvse-Festabend drei Preisträger mit dem Mittelstandspreis „Die Grünen Engel 2016“ ausgezeichnet. Als „Beispiel dafür, wie Erfolge sichtbar werden“, wie MinDir. Dr. Helge Wendenburg (BMUB) in seinem Grußwort betonte, wurde die PAV GmbH für den Bereich Kunststoffrecycling/RC-Bahnschwellen mit dem Grünen Engel ausgezeichnet.

Auszeichnung für innovatives Recycling

Die Auszeichnung für innovatives Recycling im Bereich Kunststoff nahm PAV-Geschäftsführer Dr. Frank Giesel von Laudator Stephan Seibel (Hahn Kunststoffe) entgegen. Seit dem Tod des PAV-Firmengründers und Entwicklers der RPT®-Kunststoffrecyclatbahnschwelle, Hans-Joachim Brauer, führt Dr. Giesel das Erfolgskonzept des Unternehmens fort. Aus der Vision Brauers im Jahr 1995, eine Eisenbahnschwelle aus Recyclingkunststoff herzustellen, ist nach langen und wissenschaftlich unterstützten Entwicklungsphasen mit RPT® ein hochwertiges Produkt entstanden. Es erhielt in seiner Marktreife und Produktgüte als weltweit erste Kunststoffrecylat-Bahnschwelle im Jahr 2011 die Zulassung des Eisenbahnbundesamtes für den Einsatz im Geschwindigkeitsbereich bis 170 km/h und einer Achslast von 23 Tonnen.

Bei der Auswahl der Preisträger aus dem breitgefächerten Bewerberpool hatte die „Grüne Engel-Jury“ mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien vor allem der ökologisch nachhaltige und umweltfreundliche Aspekt des innovativen Recyclingproduktes der PAV GmbH überzeugt. Eine von der SKZ-KFE gGmbH durchgeführte vergleichende Öko-Bilanz verweist auf den ökologischen Vorsprung der RPT-Schwellen gegenüber teerölgetränkten Holzschwellen, Beton- und Stahlschwellen sowie langglasfaserverstärkten PUR-Schwellen. Nach den Ergebnissen der Ökobilanz werden bei der RPT®-Schwelle durch eine werkstoffliche Verwertung die Umweltwirkungen in fast allen Wirkungskategorien um bis zu 50 Prozent erreicht. Vor allem durch substituierte Brennstoffe sinkt der Primärenergieverbrauch um bis zu 75 Prozent. In den übrigen Wirkungskategorien werden die Umweltwirkungen um bis zu 60 Prozent reduziert.

Für Engagement, Innovation und Mut zu Investitionen

Die Schwellen selbst sind zu 100 Prozent recycelbar und haben erwartete Lebensdauern von über 50 Jahren. Die Recyclatbahnschwellen sollen sukzessive jährlich bis zu 100.000 teerölgetränkte Holzschwellen im Netz der DB Netz AG ersetzen, die nach dem Willen der EU-Kommission auf absehbare Zeit nicht mehr eingebaut werden. Darüber hinaus verfügt die RPT®-Schwelle über hervorragende Dämpfungseigenschaften, die zur Bahnlärmbekämpfung beitragen. Ein Referenzobjekt ist das Gleis 4 des S-Bahnhofes Berlin-Charlottenburg, wo einige hundert Schwellen verbaut sind.

Bereits zum 2. Mal hatten die Grünen Engel – Aufbereitungszentrum Nürnberg gemeinsam mit dem bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. zum Wettbewerb um den Mittelstandspreis für das Recycling aufgerufen. Der erstmals zur IFAT 2014 ins Leben gerufene Award zeichnet Unternehmen und Personen der Branche aus, die sich mit großem politischem und unternehmerischem Engagement, innovativen Ideen, Mut zu Investitionen auch in wirtschaftlich schwierigem Umfeld sowie Durchhaltevermögen in besonderer Weise um die Kreislaufwirtschaft verdient gemacht haben. Neben der Kategorie „Innovative Recyclinglösungen“ wurden zwei weitere Preise in den Kategorien „Lebenswerk“ und „Nachhaltige Recyclinglösungen“ vergeben.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.