GreenTec Award 2016: TetraPhos-Verfahren zur Phosphorrückgewinnung ausgezeichnet

594
GreenTec Awards 2016 (Quelle: VKP engineering GmbH)

München, Lünen — In Deutschland fallen pro Jahr rund 2 Millionen Tonnen entwässerter Klärschlamm an, die etwa 60.000 Tonnen Phosphor enthalten. Remondis befasst sich bereits seit Jahren mit der Phosphorrückgewinnung und entwickelte das innovative Verfahren „Remondis TetraPhos® – Phosphatrecycling aus Klärschlamm“. Damit wurde Remondis Aqua Sieger des Jahres 2016 in der Kategorie Recycling & Ressourcen des renommierten GreenTec Award.

Das TetraPhos-Verfahren ist charakteristisch für den umfassenden Remondis-Ansatz. Bei dieser patentierten Lösung wird aus Klärschlammasche hochwertige Phosphorsäure gewonnen. Sie ist die Basis von Phosphatverbindungen, aus denen wiederum Dünger oder Futtermittel, aber auch vielfältige Produkte für die Chemie- und Metallindustrie entstehen. Neben Phosphorsäure werden Gips für die Baustoffindustrie gewonnen sowie Eisen- und Aluminiumsalze zur Abwasserreinigung. Ein weiterer Vorteil: Das TetraPhos-Verfahren lässt sich im industriellen Maßstab einsetzen und bietet somit auch eine entsprechend hohe Wirtschaftlichkeit.

Bei der feierlichen Gala in München freute sich Andreas Bankamp, Geschäftsführung Remondis Aqua, über die Anerkennung: „Der Gewinn des GreenTec Awards für unser innovatives Recyclingverfahren für Phosphate aus Klärschlämmen bestätigt, dass Remondis mit seiner Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf dem richtigen Weg in die Zukunft ist. TetraPhos ist ein wichtiger Brückenschlag zwischen dem Recycling lebenswichtiger Stoffe und der modernen Wasserwirtschaft. Wir betrachten die Auszeichnung daher als große Ehre und Verpflichtung, auch in Zukunft die Ressourcenschonung in Deutschland sowohl in der Wasserwirtschaft als auch im Bereich Recycling voranzutreiben.“

Laut amtlichen Zahlen der Bundesanstalt für Rohstoffe droht der natürliche Phosphor, einer der elementaren Lebensgrundlagen für Pflanzen, Tiere und Menschen, innerhalb weniger Generationen zur Neige zu gehen. Das Problem der Verfügbarkeit verschärft sich durch die Tatsache, dass der Rohstoff größtenteils in Regionen oder Ländern vorkommt, die als politisch unsicher oder unzuverlässig gelten. 77 Prozent aller Phosphorreserven in lagern in Marokko und damit in einer Region, in der militante Gruppen für die Unabhängigkeit von Marokko kämpfen. Die zweitgrößten Reserven der Welt besitzt mit rund 6 Prozent China. Aufgrund dieser Situation ließ die EU-Kommission Phosphatgestein vor zwei Jahren auf eine Liste der 20 kritischsten Rohstoffe setzen, wobei Europa zu über 90 Prozent vom Import abhängig ist.

Quelle: Remondis SE & Co. KG