IKB: Sinkende Schrottpreise – Erholung nach der Sommerpause erwartet

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Metallschrott (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Im Durchschnitt des Mai 2016 kam es bei den Schrottpreisen noch einmal zu kräftigen Preiserholungen. Allerdings bröckelten die Preise im Monatsverlauf schon wieder ab. Der Höhepunkt der Preisanpassungen ist bereits überschritten.

Altschrotte waren unverändert knapp; die Marktversorgung erfolgte nicht in gewünschtem Umfang. Die Exporte in die Türkei waren gemeinsam mit denjenigen nach Asien zunächst ein wichtiger Preistreiber. Nachdem sich die türkischen Stahlproduzenten eingedeckt hatten, begann die Preiswende. Die Nachfrage aus Italien lag im Rahmen der Erwartungen. Der Höhepunkt der Eisenerz-Spotpreise lag am Monatsende April und gab danach einen Großteil seiner Gewinne ab. Dies dürfte den Schrottpreis bis August 2016 belasten. Die IKB sieht im Juni 2016 sinkende Preise, die erst nach der Sommerpause wieder Preisanhebungen zulassen..

Die Weltrohstahlproduktion hat bis Ende April 2016 ihre Verluste aus den ersten beiden Monaten halbiert. Der Vorjahresstand wird noch um 2,8 Prozent unterschritten. Die IKB Deutsche Industriebank erwartet für 2016 eine Seitwärtsbewegung. Gleiches gilt für China. Während sich die Erzeugung in Deutschland und der EU nur leicht verbessern dürfte, wird von einer stärkeren Erholung in der Ukraine ausgegangen. Auch die Türkei erholt sich wieder. In Deutschland hält die IKB 2016 eine Tonnage von 42 bis 43 Mio. Tonnen für möglich. Die Nachfrage im Inland wird unverändert durch die Automobilindustrie und die Belebung der Bauwirtschaft getragen. Zudem verbesserte sich der Export für höherwertige Stahlgüten. Massenstahl leidet dagegen unter Exporten u. a. der Türkei, Russlands und China.

Die Weltrohstahlpreise zogen im Mai 2016 bei Flachprodukten um bis zu 16 Prozent an. Bei Langprodukten konnte für Walzdraht ein gleichhoher Zuwachs verbucht werden, Bewehrungsstahl und Profile erzielten deutlich niedrigere Steigerungen. Die europäischen Preise für Flachprodukte legten um gut 17 Prozent zu, Walzdraht und Bewehrungsstahl sogar um rund ein Drittel. Die Spotmarktpreise für Eisenerz frei China gaben im Mai jedoch ihre gesamten Gewinne der beiden Vormonate wieder ab und liegen nun auf dem Niveau von Ende Februar 2016. Die unverändert sehr gute Erzversorgung begrenzt daher auch in den nächsten Monaten größere Preisanhebungen. China wird seine Ausfuhren trotz anziehender Inlandsnachfrage primär in die asiatischen Nachbarländer und den Nahen Osten erhöhen. Bei den Weltstahlpreisen erwartetdie Industriebank im Sommer einen leichten Preisrückgang (-3 Prozent); in Europa sind auf Euro-Basis gleichfalls niedrigere Preise möglich.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank