Preise für Abfallvermeidung und kommunale Lösungen der Wertstoffsammlung

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Quelle: Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)

Berlin/München — Heute wurden auf der Umweltmesse IFAT in München die Preisträger des Creativ-Preises gekürt, der in diesem Jahr unter dem Motto „Kreative Formen der Wertstofferfassung“ stand. Gewonnen haben das Landratsamt Zollernalbkreis mit einer Kampagne zur Steigerung der Bioabfallsammlung, Entsorgung Kommunal aus Bremen mit innovativen Ansätzen zur Elektroschrottsammlung sowie das Betriebsamt Norderstedt mit nachhaltigen Lösungen zur Textilsammlung. Außerdem wurden die Preise für die beste Aktion während der Europäischen Woche der Abfallvermeidung vergeben.

VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp: „Die kommunalen Unternehmen setzen sich für Abfallvermeidung ein und fördern innovative Projekte ebenso wie die Bildungsarbeit. Sie arbeiten unermüdlich an einer Weiterentwicklung der Wertstofferfassung in Deutschland. Sie gestalten die Sammlung der Abfälle nachhaltig und bürgerfreundlich.“

Der Creativ-Preis ging in diesem Jahr an drei kommunale Unternehmen. Das Betriebsamt Norderstedt konnte sich mit einem Konzept zur Textilsammlung durchsetzen. Preiswürdig fand die Jury die Lösungen zur Umsetzung der gesetzlich festgelegten Abfallhierarchie, die der Wiederverwendung Vorrang vor dem Recycling gibt. Die Bürger in Norderstedt werden an verschiedenen Punkten des Entsorgungsprozesses gefragt, ob sich die zu entsorgenden Gegenstände zur Wiederverwendung eignen. Ist das der Fall, werden sie in ein Gebrauchtwarenkaufhaus gebracht, in dem die Gegenstände von Menschen mit Handicap aufbereitet werden. „Das Entsorgungskonzept in Norderstedt ist ökologisch wie sozial nachhaltig und leistet dabei einen Beitrag zur Umweltbildung“, so Hasenkamp.

Die Bewerbung aus dem Zollernalbkreis zur Steigerung der Bioabfallsammlung hat die Jury überzeugt, da sie die Bürger mit Aktionen, Befragungen und einem Kreativwettbewerb zur Gestaltung von Biotonnen eng eingebunden haben. Hasenkamp dazu: „Nachhaltiges und effektives Wirtschaften bedeutet, die Maßnahmen immer wieder aufs Neue zu überprüfen und an neue Situationen anzupassen. Das ist im Zollernalbkreis auf vorbildliche Weise passiert.“

Der Bremer Betrieb Entsorgung Kommunal konnte sich mit seinem Konzept der Elektroschrottsammlung durchsetzen. Er hat im Stadtgebiet innen verkleidete Container aufgestellt, die dafür sorgen, dass die Geräte beim Wurf unbeschadet bleiben und geräuscharm entsorgt werden können. Die Behandlung des Elektroschrotts erfolgt über eine gemeinnützige Organisation, in der Langzeitarbeitslose reparaturwürdige Geräte zur Wiederverwendung separieren. Die Wertstoffe der restlichen Geräte werden in den Stoffkreislauf zurückgeführt. „Kommunen stellen bereits seit Jahrzehnten die fachgerechte Sammlung von Elektroschrott sicher. In Bremen hat man eine technisch durchdachte und bürgerfreundliche Lösung gefunden, die auch auf andere Kommunen übertragen werden kann.“

Der Preis für die beste Aktion während der Europäischen Woche der Abfallvermeidung ging an die Berliner Initiative „Pflanzenrettung“ (www.pflanzenrettung.de). Pflanzen, die Besitzer eigentlich wegwerfen wollen, werden dort entgegengenommen, weiterverkauft oder ausgeliehen. Hasenkamp: „Die Pflanzenrettung ist ein richtungsweisendes und innovatives Modellprojekt der Abfallvermeidung. Es legt das Augenmerk auf die wenig beachtete Wiederverwendung von Pflanzen.“ In der Kategorie „Schulen“ werden am Freitag Schüler der Alexander von Humboldt Realschule in Remscheid ausgezeichnet. Sie haben sich kreativ mit dem auf dem Schulgelände angefallenen Abfall beschäftigt. So wurde eine Walskulptur aus den gesammelten Abfällen gebaut und sich öffentlichkeitswirksam mit der Verschmutzung der Weltmeere auseinandergesetzt. Besonders lobte die Jury, dass das Thema Abfallvermeidung auch in Zukunft Teil der Bildungsarbeit der Alexander von Humboldt Realschule sein wird.

Quelle: VKU – Verband kommunaler Unternehmen e.V.