Sachsen rechnet bis 2025 mit geringeren Gesamtwertstoffmengen

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Abfallcontainer (Foto: © Michael Loeper /http://www.pixelio.de)

Dresden — Das Restabfallaufkommen aus privaten Haushalten und dem Kleingewerbe in Sachsen ist seit dem Jahr 2008 kontinuierlich gesunken und betrug im Jahr 2013 rund 508.600 Mg (126 kg/E/a). Im Vergleich zum Jahr 2008 (535.239 Mg/a) bedeutet dies einen Rückgang um etwa 5 Massenprozent; gleichzeitig blieb das einwohnerspezifische Restabfallaufkommen nahezu konstant. Das meldet das Sächsisches Umweltministerium in seinem neuen Entwurf zum „Abfallwirtschaftsplan für den Freistaat Sachsen. Fortschreibung 2016“.

In Übereinstimmung mit den Prognosen der örE prognostiziert das Ministerium einen Rückgang der Restabfallmengen. Im Ergebnis soll das mittlere einwohnerspezifische Restabfallaufkommen bis zum Jahr 2025 auf 117 kg/E/a zurückgehen. Dieses sinkende spezifische Restabfallaufkommen sowie die rückläufigen Einwohnerzahlen bewirken, dass die Restabfallmenge, ausgehend vom Jahr 2013, um 8 Prozent auf etwa 470.000 Mg/a sinken soll.

Bioabfälle: 65 kg/E/a bis 2020

Im Jahr 2013 sind im Freistaat Sachsen insgesamt rund 195.500 Mg Bioabfälle im Rahmen der öffentlichen Abfallentsorgung separat erfasst und verwertet worden. Davon wurden 113.760 Mg, ca. 58 Prozent, über die Biotonne entsorgt; die restlichen knapp 81.800 Mg entfielen auf Grüngut. Durch gewerbliche Sammlungen wurden 2013 weitere rund 32.400 Mg Bioabfälle separat erfasst. Somit beträgt die gesamt erfasste Bioabfallmenge rund 227.900 Mg.

Unter Berücksichtigung von in vergleichbaren Entsorgungsgebieten gesammelten Erfahrungen sollten die Landkreise Mittelsachsen, Leipzig und Zwickau sowie der Zweckverband Abfallwirtschaft Südwestsachsen anstreben, bis zum Jahr 2020 insgesamt durch getrennte Sammlung eine Bioabfallmenge von 65 kg/E/a zu erreichen.

Gesamtwertstoffmenge geringer

Die Zahlen zu Sammelergebnissen der einzelnen Abfallarten im Zeitraum 2008 bis 2013 zeigt, dass die je Einwohner getrennt erfasste LVP-Menge bis 2013 um 5 kg angestiegen ist; gleichzeitig ging die Altpapiermenge um etwa 3 kg zurück und die spezifische Erfassungsmenge für Glas blieb nahezu konstant. Im Jahr 2013 wurden über die genannten Sammelsysteme insgesamt knapp 467.000 Mg Wertstoffe bzw. 116 kg/E separat erfasst, der Großteil entfiel dabei auf Altpapier (43 Massenprozent). Regional schwankt die spezifische Wertstofferfassungsmenge zwischen 89 kg/E, a (Landeshauptstadt Dresden) und 134 kg/E, a (Landkreis Zwickau).

Die Gesamtwertstoffmenge soll sich aufgrund der Einwohnerentwicklung insgesamt verringern und im Jahr 2025 rund 448.000 Mg betragen. Die getrennt erfassten Wertstoffe werden vollständig einer Verwertung zugeführt.

Bau- und Abbruchabfälle konstant

Abfälle aus Gewerbe und Industrie werden zum überwiegenden Teil in der Verantwortung der Abfallerzeuger verwertet; nur geringe Mengen werden den örE überlassen. Die den örE überlassene Abfallmenge aus Gewerbe und Industrie verlief zwischen 2003 und 2007 zunächst rückläufig und stieg im Zeitraum 2008 bis 2011 auf 220.017 Mg/a an. In den darauffolgenden Jahren 2012 und 2013 sank diese Menge wieder um ca. 64 Massenprozent auf weniger als 80.000 Mg/a. Ca. 12 Massenprozent (knapp 9.000 Mg) entfielen im Jahr 2013 auf gewerbliche Bioabfälle.

Die den örE überlassene Menge an Bau- und Abbruchabfällen stieg in den Jahren von 2008 bis 2011 von rund 254.000 Mg auf 360.000 Mg an und ist im Jahr 2013 auf rund 200.200 Mg gesunken. Ohne Berücksichtigung der Deponieersatzbaustoffe wurden den örE im Jahr 2013 insgesamt 77.771 Mg Bau- und Abbruchabfälle überlassen, von denen mehr als die Hälfte (56 Massenprozent) auf Deponien (DK II) abgelagert wurde.

Die Prognose umfasst nur die den örE überlassenen Mengen, da mit dem Abschluss von Deponiebaumaßnahmen an stillgelegten Deponien auch der Bedarf an Ersatzbaustoffen zurückgeht. Es wird deshalb davon ausgegangen, dass den örE künftig eine nahezu konstante Menge an Bau- und Abbruchabfällen (ohne Deponieersatzbaustoffe) zwischen 83.200 und 82.200 Mg/a zur Entsorgung überlassen wird.

Der „Abfallwirtschaftsplan für den Freistaat Sachsen. Fortschreibung 2016“ kann unter umwelt.sachsen.de heruntergeladen werden. 

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft