Studie plädiert für Einführung einer Gesamt-Kunststofftonne für Niederösterreich

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Titelblatt der Studie (Quelle: Land Niederösterreich)

St. Pölten, Österreich — Derzeit existieren landesweit fünf verschiedene Sammelsysteme für Kunststoffverpackungen in Niederösterreich. Im Rahmen einer Studie wurden nun Grundlagen erarbeitet, um die Möglichkeit einer Vereinheitlichung mit Einführung einer Gesamt-Kunststofftonne zu überprüfen. Sie soll der Sammlung von Kunststoffverpackungen, Verbundverpackungen aus Kunststoff sowie stoffgleichen Nichtverpackungen dienen.

Die jetzt vorgelegte Studie entwirft ein Modell, dass die abfallwirtschaftlichen Ebenen Sammlung, Sortierung, Verwertung und Transporte durchleuchtet. Es zeigt die spezifischen Einflüsse des Leichtverpackungs-Systems auf, die von den Kosten, den Entwicklung und den Trends der Märkte sowie den technischen Ansprüchen auf die Anlagen ausgehen. Diese modellhafte Beschreibung des Leichtverpackungs-Systems dient als soziale, ökologische und ökonomische Entscheidungshilfe für das Land Niederösterreich sowie den einzelnen Verbänden. Als Basis für die Studie ist der Status quo der niederösterreichischen Kunststoffverpackungssammlung sowie der kommunalen Restmüllsammlung herangezogen worden.

Die Studie zeigt, dass durch eine Systemumstellung eine 33,9prozentige Mengenverfrachtung der Kunststoffe von Restmüll in die Gesamt-Kunststofftonne zu erwarten ist. Das würde bedeuten, dass von einer kalkulatorischen Mehrmenge von rund 19.638 Tonnen pro Jahr an Kunststoffen in der Gesamt-Kunststofftonne auszugehen ist. Diese Mengenverschiebung entspricht einem Zusatzsammelvolumen von rund 650 Mio. l/a bzw. einer durchschnittlichen Zusatzsammelmenge von 12,1 Kilogramm je Einwohner und Jahr.

Im Zuge der Systemumstellung kann damit gerechnet werden, dass sich die Akzeptanz und die Benutzerfreundlichkeit für den Bürger verbessern. Aus ökologischer Sicht ist der GKT eine weitere positive Veränderung zuzuschreiben. Der ökonomische Aspekt zeigt allerdings, dass mit der Umstellung moderate Mehrkosten entstehen würden.

Die Studie wurde vom Amt der niederösterreichischen Landesregierung, vertreten durch die Abteilung Umwelt und Energiewirtschaft, und Umweltverbände, vertreten durch den Verein der niederösterreichischen Umweltverbände, in Auftrag gegeben. Unter dem Titel „Niederösterreichische Gesamtkunststofftonne – Wertstoffliche, ökologische und ökonomische Bewertung. Bericht 2015 “ steht sie unter noe.gv.at zum Download bereit.

Quelle: Land Niederösterreich / Amt der NÖ Landesregierung