bvse und VDMA: Die Verbände warten auf Überarbeitung der Altholzverordnung

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Altholz (Foto: O. Kürth)

Bonn/Frankfurt – Aus Sicht der Verbände bvse und VDMA hat sich der Stand der Technik bei der Altholzbehandlung wesentlich weiterentwickelt. Auf der IFAT wollen sie im Rahmen eines Forums die Überarbeitung der Altholzverordnung fordern.

Die Vorschriften zur Altholzbehandlung sind längst nicht mehr auf dem neuesten Stand, doch die Bundesregierung zeigt sich bislang untätig. „Der VDMA und der bvse haben schon anlässlich der Überarbeitung von ProgRess II eine Novellierung der Altholzverordnung aus dem Jahr 2003 gefordert“, betont Naemi Denz, Geschäftsführerin des VDMA Fachverbandes Abfall- und Recyclingtechnik. „Technische Lösungen für mehr Recycling und eine entsprechende eigenverantwortliche Kontrolle von Qualitätsstandards gibt es bereits. Leider verhallte unsere Forderung bisher ungehört“, bemängelte Denz.

Am ersten Tag der Fachmesse IFAT 2016 in München thematisieren der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) im Forum der Abfallhallen dieses mangelnde Engagement der Bundesregierung und zeigen Alternativen auf. So bietet der bvse – Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung den Unternehmen der Branche ein Qualitätssiegel Altholzverwertung an. Ziel dieser Zertifizierung ist es, aufbauend auf der Auditierung zum Entsorgungsfachbetrieb die qualitätsrelevanten Anforderungen an die Erfassung des Altholzes sowie die Aufbereitung zu Hackschnitzeln detaillierter zu beschreiben. Das Qualitätssiegel schafft Transparenz, unterstützt die Akteure der Verwertungskette bei Prozessoptimierungen und erleichtert die Kontrolle.

Daneben steht die VDI-Richtlinie über Planung, Errichtung und Betrieb von Altholzanlagen kurz vor der Veröffentlichung. Die von Praktikern der Branche erstellte Richtlinie dient als Informationshilfe und soll dazu beitragen, ein einheitliches Vorgehen bei Genehmigung und Vollzug sicherzustellen.

Ein Blick in die Zukunft wirft auf der IFAT das Fraunhofer WKI mit der Darstellung eines aktuellen Forschungsprojektes. Darin wird die wirtschaftliche Nutzung von Recyclingholz in Bioraffinerien untersucht. Ob sich diese neben den bisherigen stofflichen und energetischen Verwertungsmöglichkeiten als dritte Option etablieren könnte, ist eine spannende Frage.

Die Veranstaltung „Altholzverwertung in der deutschen Sackgasse“ findet am 30. Mai 2016, zwischen 15:30 und 17:00 Uhr, im Forum der Halle B3 statt. Interessierte sind eingeladen teilzunehmen. Altholzaufbereitung in Aktion ist währemd der VDMA-Praxistage täglich um 11 und 15 Uhr auf dem Außengelände nördlich der Halle C2/C3 zu sehen.

Quelle: VDMA e.V., bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.