46 Prozent: Österreichische Zementindustrie investiert in Umweltschutz und -forschung

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Zementwerk (Foto: ©Marc-Tollas /http://www.pixelio.de)

Wien — Mit ihren hoch entwickelten Produkten haben sich Zementproduktion und Umsatz der elf österreichischen Werke, trotz schwieriger Bedingungen, positiv entwickelt. So wurde im Jahr 2015 gegenüber 2014 eine Steigerung um vier Prozent verzeichnet. Doch während die Zementindustrie 2015 einen Rückgang der Gesamt-Investitionen von 5,7 Prozent verzeichnen musste, wurde das Investment in den Umweltschutz um fast 25 Prozent erhöht und erreicht damit 2015 einen Anteil von 46,3 Prozent.

Sebastian Spaun, Geschäftsführer der Vereinigung der , betont: „Die jahrelange Vertrauenskrise der Industrie in den Staat ist nicht kleiner geworden, aber Investitionen in den Umweltschutz haben Vorrang.“ Es wurden zwei Forschungsgroßanlagen zur weiteren Senkung von Emissionen gebaut. Spaun: „Diese neuen Umwelttechnologien werden weltweit erstmals eingesetzt. Die österreichische Zementindustrie ist im Innovationsbereich damit wieder international führend. Allerdings müssen wir uns bewusst sein, dass eine ‚Nullemission‘ nie möglich sein wird. Aber wir setzen auf intensivste Forschung, um die Emissionswerte so weit wie möglich zu minimieren.“

Bundeseinheitliche Richtlinie für Ersatzrohstoffe

Die Freisetzung von HCB im Kärntner Görtschitztal veranlasste die Zementindustrie zur Erarbeitung eines wissenschaftlich fundierten Leitfadens zum Einsatz zukünftiger Ersatzrohstoffe. Dazu haben die Behörden eine sehr strenge, technische Handlungsanleitung für Sachverständige entwickelt, um den einheitlichen Vollzug in Österreich sicherzustellen. Sebastian Spaun dazu: „Bundeseinheitliche Regelungen helfen die Schnittstellenprobleme durch die Zersplitterung von Zuständigkeiten auf Bundes- und Landesebene zu verbessern. In Zukunft ist österreichweit eine einheitliche Vorgangsweise gesichert.“ Eine transparente und offene Kommunikation mit Behörden und Stakeholdern führe zu zeitnahen Lösungen.

Modernste Produktion mindert jährlich Emissionen

Die Werke der österreichischen Zementindustrie zählen zu den modernsten Anlagen Europas. Bereits Ende der 1980er Jahre wurden Alternativbrennstoffe für den Energiebedarf eingesetzt – heute beträgt der Anteil daran fast 80 Prozent. Spaun: „Das ist zweifelsohne ein Erfolg, der auch auf die CO2-Emissionen einen positiven Einfluss nimmt. Darauf können wir stolz sein. Aber wir sehen daran auch, dass Forschung eine gewisse Zeit braucht, bis Resultate richtig greifbar sind.“

So sind die österreichischen Werke bei der Produktion von Klinker der CO2-Benchmark – im Vergleich zu den europaweit besten Werken – um 1,1 Prozent näher gekommen. Spaun: „Mit 778 kg/t Klinker sind wir nur noch 1,5 Prozent von der Benchmark entfernt.“ Beim Ausstoß von NOx konnten die Werte gegenüber 2014 um 11,8 Prozent reduziert werden. Spaun: „Wir haben 2009 eine freiwillige Vereinbarung mit dem Umwelt- und Wirtschaftsministerium getroffen und den Behörden zugesagt, alles zu veranlassen um bis 2013 einen Wert von 390 mg/Nm3 zu erreichen. Mit weiterer Intensivierung der Forschung liegen wir aktuell bei einem Wert von 302 mg/Nm3.“

Emissionshandel erstickt Innovationen

„Der Emissionshandel hat sich zu einem überbürokratischen und wettbewerbsverzerrenden Verwaltungsregime entwickelt, das jegliche Impulse für Innovationen im Keim erstickt. Das Berechnungsmodell ist ein starres Korsett das keinerlei Realitätsinhalt hat“, kritisiert Rudolf Zrost, Vorsitzender der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie. Die Zementindustrie fordert massiv eine Reform des Europäischen Emissionshandels 2021-2030.

„Es ist alles ganz simpel zu berechnen, wenn die Zuteilung auf Basis der aktuellen Produktion erfolgt. Wir erreichen damit eine Lösung die zu keiner Wettbewerbsverzerrung innerhalb der Werke führt und keinen Profit durch Anlagenschließung zulässt. Dazu werden weniger CO2 – Zertifikate in Österreich, aber auch in Europa benötigt. Wir wollen, dass die Zuteilung ausschließlich im Vergleich mit den besten und modernsten Werken erfolgt.“ Damit könne auch die von der Zementindustrie seit Jahren geforderte Planungssicherheit eintreten. Jedes Werk könne Zertifikatkosten planen, Investitionsentscheidungen treffen und hätte einen hohen Anreiz vorhandene Benchmarks zu übertreffen.

Quelle: Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie / Zement + Beton Handels- und Werbeges.m.b.H.