IKB meldet Frühlingserwachen auf den Stahl- und Schrottmärkten

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Aluminiumschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Auf den Stahl- und Schrottmärkten gab es zuletzt erhebliche Bewegung, meldet die IKB Deutsche Industriebank. Eine knappe Bevorratung bei vielen Schrottverbrauchern und anziehende Exporte (Türkei, Indien u. a. Länder) ließen die Schrottpreise stark steigen, zumal auch die Spotmarktnotierungen für Eisenerz weiter anzogen. Die Stahlhersteller versuchten, die höheren Vormaterialkosten voll weiterzugeben, was nicht immer gelang. Die europäische Stahlindustrie hofft auf stärkere Importrestriktionen für chinesische Produkte, was den Preisen ebenfalls Auftrieb geben sollte.

Auch im Mai dürften die Preise nochmals anziehen. Das übliche Sommerloch auf den Schrottmärkten dürfte jedoch im Juni für eine kräftige Korrektur sorgen, wobei diese sich primär auf Neuschrotte beziehen wird. Dies wird dann entsprechende Dämpfungseffekte auch auf die Stahlpreise ausüben, zumal dann auch der Anstieg der Erzpreise erst einmal unterbrochen sein wird.

Obwohl die Weltrohstahlproduktion im ersten Quartal 2016 um 3,6 Prozent gesunken ist, erwartet die IKB 2016 eine Seitwärtsbewegung. Für Deutschland und die EU seieht die Bank eine leicht verringerte Produktion, geht aber von einer Erholung in Osteuropa aus. Im März 2016 zog die Produktion in China an. Die Schrottpreise profitierten von erneut höheren Eisenerzpreisen (+7,5 Prozent) und hoher In- und Auslandsnachfrage. Altschrotte sind weiter knapp. Die Weltrohstahlpreise verteuerten sich bei Flachprodukten um bis zu 11,5 Prozent, Langprodukte legten etwas weniger zu. Flachstahlpreise in Europa stiegen bis zu 14 Prozent, Bewehrungsstahl nur bis zu 7 Prozent. In der Tendenz wird bis Ende Q2 2016 ein leichter Stahlpreisanstieg, bei Schrotten ein Anstieg im Mai und und im Juni eine Preiskorrektur nach unten erwartet.

Die Weltproduktion von Primäraluminium ist im ersten Quartal 2016 in Amerika und China gesunken, in den übrigen Regionen angestiegen. Für das Gesamtjahr sieht die IKB einen Anstieg auf bis zu 59 Mio. t, davon bis zu 32 Mio. t aus China. Die Lagerbestände an der LME sanken im April auf 2,66 Mio. t, diejenigen der SHFE auf rund 310.000 t. Die investive Nachfrage legte im April zu: Die Anzahl der Handelskontrakte stieg um 44 Prozent. In der Tendenz bewegen sich die Primäraluminiumpreise bis Ende Juni 2016 um die Marke von 1.650 US-$ je Tonne mit einem Band von 150 US-$, die Preise von Recyclingaluminium oszillieren im gleichen Umfang. Zum Quartalsende bewegen sich die Preise in der Nähe von 1.700 US-$.

Die weltweite Kupferminenproduktion expandierte im Januar 2016 um 2 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen sank jedoch um 2,3 Prozent auf unter 82 Prozent. Die Raffinadeproduktion wuchs um 7 Prozent, der weltweite Verbrauch legte um 4,5 Prozent zu. Im Gesamtjahr sollte ein Zuwachs von gut einem Prozent erfolgen. Aktuell erwartet die IKB für 2016 einen kleinen Angebotsüberschuss. Die Vorräte an der LME liegen bei rund 150.000 t, diejenigen an der SHFE reduzierten sich auf 312.000 t. Die investive Nachfrage ging im April seitwärts: die Anzahl der Handelskontrakte blieb nahezu unverändert. In der Tendenz prognostiziert die IKB die Kupfernotierung in den nächsten zwei Monaten weiter in einem Band von 700 US-$ um die Marke von 5.000 US-$ je Tonne.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank