bvse: Flach- und Röhrenbildschirme sollten getrennt gesammelt werden

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Gesammelte Flachbildschirme (Foto: Kroll / recyclingportal.eu)

Bonn — Flachbildschirme haben die Röhrenbildschirme im Verkauf abgelöst. Das macht sich natürlich auch an den Wertstoffhöfen bemerkbar, wo die ausgedienten Geräte gesammelt werden. Das Problem: Flachbildschirme und Röhrenbildschirme gehören zur Sammelgruppe 3 und werden gemeinsam erfasst. Die Praxis zeigt, dass es dabei zu erheblichen Problemen kommt. Vielfach werden die Flachbildschirme bei der gemeinsamen Lagerung und dem gemeinsamen Transport stark beschädigt, was unter anderem zu einer ungehinderten Freisetzung von Quecksilber führt.

Diese Schwierigkeit wurde vor kurzem auch beim „Praxistag Behältergestellung“ deutlich, der auf Initiative des Umweltbundesamtes stattfand. „Für den bvse-Fachverband Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling ist daher klar, dass es Handlungsbedarf gibt. Die Erfassung der Sammelgruppen muss sich an den Erfordernissen des Recyclings orientieren. Denn nur, wenn die Altgeräte bereits sortenrein und in einer hohen Qualität an den Erstbehandlungsanlagen ankommen, kann eine entsprechende Wertstoffgewinnung und eine sichere Schadstoffentfrachtung gelingen“, erklärte Klaus Müller, bvse-Vizepräsident und Fachverbandsvorsitzender.

Zwar besteht für die Gebietskörperschaften die Pflicht, die Behältnisse so zu befüllen, dass ein Bruch möglichst vermieden wird. Allerdings wird dies in der Praxis oft umgangen und kaum überprüft. „Auf den Vollzug möchten wir uns dabei nicht verlassen“, so Klaus Müller, der betont, dass die Quecksilberfreisetzung eine ernstzunehmende Umwelt- und Gesundheitsgefährdung darstellt. „Wir müssen hier zu einer vernünftigen Lösung kommen.“

Müller verweist darauf, dass der bvse bereits im parlamentarischen Verfahren zur Novelle des ElektroG gefordert hatte, dass innerhalb der Sammelgruppe 3 Röhrenbildschirme und Flachbildschirme separat gesammelt werden. Dabei stellt sich allerdings auch die Frage, welche logistischen Systeme am besten für den Transport aller Flachbildschirme geeignet sind und welche Behälter auch alle Größen und Formate an Flachbildschirmen aufnehmen.

bvse-Vizepräsident Klaus Müller unterstreicht: „Der vom Umweltbundesamt initiierte Praxistag Behältergestellung hat die Schwachstellen des bisherigen Systems offen gelegt. Über bessere Alternativen für die Zukunft muss ernsthaft nachgedacht werden, zumal der Anteil der Flachbildschirme weiter zunimmt. Wir planen nun einen Vorschlag seitens des bvse zu unterbreiten.“

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.