Geschäftsjahr 2015: ALBA SE steigert erneut operatives Ergebnis deutlich

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Axel Schweitzer (Foto: © ALBA Group)

Köln — Der börsennotierte Umweltdienstleister und Rohstoffhändler ALBA SE und die mit ihm verbundenen Tochterunternehmen haben im Geschäftsjahr 2015 erneut ein besseres Ergebnis erzielt als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) stieg um 7,6 Millionen Euro oder 22,5 Prozent auf 41,2 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis entwickelte sich noch besser: Nach zwei Jahren mit negativem EBT schnellte der Wert um 44,2 Millionen Euro in die Höhe und war mit 9,9 Millionen Euro wie angekündigt wieder positiv.

„Die Zahlen beweisen, dass unser Kurs der Umstrukturierung richtig ist. Unsere Planungen im Hinblick auf das operative Ergebnis wurden bestätigt“, sagte Dr. Axel Schweitzer, Verwaltungsratsvorsitzender der ALBA SE, anlässlich der Vorlage des Jahresabschlusses 2015. „Das Segment Dienstleistung entwickelte sich positiv, aber im Stahl- und Metallrecycling mussten wir mit außergewöhnlich schwierigen Rahmenbedingungen zurechtkommen. Deshalb müssen wir unseren Umstrukturierungskurs fortsetzen und alle begonnenen und geplanten Maßnahmen umsetzen.“ Dennoch konnte ein positives EBT für 2015 erreicht werden. Die Umsatzerlöse sanken von 1,6 Milliarden Euro 2014 auf 1,4 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2015.

Neue Projekte in Deutschland

Im Inland verstärkt die ALBA SE ihre Aktivitäten, um Produktkreisläufe zu schließen und mit innovativen Detaillösungen spezielle Kundenanforderungen zu erfüllen. So bietet die Interseroh Dienstleistungs GmbH ab sofort Versandhändlern von Elektro- und Elektronikgeräten einen maßgeschneiderten Recycling-Service an. Dieser vereinfacht die Entsorgung ausrangierter Elektrogeräte nach den Vorgaben des neuen Elektroaltgerätegesetzes (ElektroG). Dabei übernimmt Interseroh von den Händlern alle Arten von kleinen und großen Altgeräten zu einem Pauschalpreis (flat rate). Die Geräterücknahme wird durch ein spezielles, neu aufgebautes Annahmestellen-Netzwerk sichergestellt. Zur Leistung zählt auch das erforderliche Nachweiswesen zur Erfüllung aller gesetzlichen Verpflichtungen.

Um die Umweltbilanz von Einweg-Pfandflaschen aus Kunststoff zu verbessern, hat Interseroh das „Mobile Zählzentrum“ entwickelt. Während bisher die leeren Verpackungen von den Zentrallagern der Handelsketten oder Getränkegroßhändlern aufwändig zu stationären Zählzentren transportiert werden, erledigt der Interseroh-LKW das Zählen, Zerstören und Verdichten der Kunststoffbehälter dort, wo sie ankommen. Das zerkleinerte Material lässt sich direkt zum Verwerter transportieren, etliche Fahrten von Handel zu den Zählzentren werden überflüssig. Das entlastet die Umwelt und die Bilanz der Unternehmen. Derzeit wird das Mobile Zählzentrum den ersten Kunden für Testwochen angeboten.

Fortschritte in China

Weitere Fortschritte erzielte die ALBA Group in ihrem China-Geschäft. Im Spätsommer 2016 wird der erste Spatenstich für die Green Fuel-Anlage in Jieyang erfolgen. Dort werden nach einem von der ALBA Group entwickelten Verfahren aus Restmüll Schadstoffe separiert und Wertstoffe zurückgewonnen. Der Rest wird zu Pellets verarbeitet, die als Ersatzbrennstoff beispielsweise in Kraftwerken eingesetzt werden.

Beim Bau der modernsten Recycling-Anlage für Elektro- und Elektronikschrott Südostasiens in Hongkong laufen die Arbeiten nach Plan. Im Januar erfolgte hier der erste Spatenstich, die Anlage soll Mitte 2017 fertiggestellt sein. Teil dieses Auftrages ist auch der Aufbau eines Sammelsystems für ausrangierte Elektro-Großgeräte für die 7-Millionen-Metropole.

Belastungen durch Preisverfall 

Überkapazitäten in der globalen Stahlproduktion, weiter rückläufige Eisenerzpreise und Überkapazitäten im deutschen Schrottrecycling: Diesen Belastungen konnte die ALBA SE durch eine erfolgreiche Umstrukturierung trotzen, so dass das EBITDA im Segment Stahl- und Metallrecycling in den ersten drei Quartalen kontinuierlich auf 16,3 Mio. Euro anstieg. Der massive Einbruch der Schrottpreise im vierten Quartal ließ sich dann nicht mehr ausgleichen – das Quartals-EBITDA lag bei -8,4 Mio. Euro. Innerhalb von 12 Monaten sanken die Schrottpreise um rund 30 Prozent. Mit der Umsetzung aller geplanten Anpassungsmaßnahmen wird es der ALBA SE gelingen, diesen Preisverfall auszugleichen.

„Im Segment Dienstleistung prägte ein intensiver Wettbewerb mit Preisnachlässen und einem starken Rückgang der Vermarktungskonditionen für einzelne Fraktionen das Berichtsjahr“, bilanzierte Axel Schweitzer. So ging beim Kunststoffrecycling der durchschnittliche Preis für transparentes PET 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 44,2 Prozent zurück, der Durchschnittspreis für buntes PET sogar um 85,3 Prozent. Allerdings sorgten der Systemstart in Österreich und die seit Beginn des Geschäftsjahres gültige siebte Novelle der Verpackungsverordnung für steigende Umsätze im Verkaufsverpackungsrecycling. Rechtzeitig zum 25-jährigen Jubiläum der Verpackungsverordnung und von Interseroh steht das System damit nunmehr auf stabilen Füßen.

„Das vergangene Geschäftsjahr hat gezeigt, dass wir mit dem Umbau der ALBA SE wie der gesamten ALBA Group richtig liegen. Wir verlängern die Wertschöpfungsketten und verbessern damit die Qualitäten unserer aufbereiteten Materialien“, so Schweitzer weiter. „Diese erfolgreiche Strategie wird auch 2016 fortgeführt.“

Quelle: ALBA Group