ZARE: Die Initiative der zertifizierten Altreifenentsorger wächst weiter

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Altreifen (Foto: Kürth/ Recyclingportal.eu)

Bonn – Seit April 2016 gehört mit der HRV GmbH ein weiterer starker Partner der Initiative ZARE an. Damit erhöht sich die Zahl der ZARE-Partner auf insgesamt 13 Unternehmen. Mit jedem neuen ZARE-Partner wächst die Gruppe an Unternehmen, die sich für eine umweltgerechte, fachkundige und kontrollierte Entsorgung einsetzt und damit gleichzeitig das Image und Ansehen der Altreifen-Entsorgungsbranche verbessert.

Firmen, die sich zertifizieren lassen, haben neben der Erfüllung der technischen Voraussetzungen auch die Aufgabe, transparent und auf Grundlage festgelegter Grundsätze zu arbeiten. Sie erfüllen das verschärfte Anforderungsprofil des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) und tragen damit wesentlich zum Umweltschutz und zur Verwertung wertvoller Sekundärrohstoffe bei.

Das neues ZARE-Mitglied – das mittelständische Familienunternehmen HRV GmbH – bietet mit einer fachgerechten und umweltbewussten Altreifenentsorgung und -verwertung in Wernigerode ein breites Servicespektrum an. Das Entsorgungsgebiet erstreckt sich über Nord- und Mitteldeutschland, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bremen und Hamburg. Die HRV GmbH ist damit bestens geeignet, die Initiative ZARE zu verstärken.

Karte der ZARE-Standorte (Grafik: ZARE)
Karte der ZARE-Standorte (Grafik: ZARE)

ZARE hat die Geschäftsführer einiger Gründungspartner nach Hintergründen bzw. ihrer Motivation, ZARE ins Leben zu rufen, befragt.

Danninger OHG Spezialtransporte

T&F: Herr Danninger, die Altreifenentsorgung in Deutschland sei „aus dem Ruder gelaufen“, haben Sie jüngst die Situation geschildert. Wo liegt das Hauptproblem und welche Lösung kann es dafür aus Ihrer Sicht als zertifizierter Altreifenentsorger geben?

Reinhard Danninger, Geschäftsführer Danninger OHG Spezialtransporte: „Das Hauptproblem liegt darin, dass der Altreifen nicht mehr nachweispflichtig ist! Durch die Grenzöffnung gen Osten sind sämtlichen Privatpersonen und Kleinhändlern Tür und Tor geöffnet worden. Mit Kombi und Klein-Lkw werden Tankstellen, Kfz-Werkstätten und Reifenhändler abgegrast und alle gebrauchsfähigen Reifen gegen geringe Gebühren oder auch zu null abgeholt. Diese Reifen werden dann im Ausland zu Geld gemacht.“

„Ein Großteil dieser Geschäfte läuft ohne Rechnung ab. Den zertifizierten Altreifenentsorgern verbleiben nur noch Schrottreifen, welche den Sortierbetrieben außer Kosten keinen Nutzen bringen. Somit ist der Handel mit Gebrauchtreifen durch deutsche Firmen deutlich zurückgegangen. An einer ordnungsgemäßen Altreifenentsorgung müssten alle Umwelt-, Finanz- und Wirtschaftsbehörden größtes Interesse haben. Die Lösung aller Probleme wäre die Wiedereinführung der Nachweispflicht für den ‚Abfall‘-Altreifen, wodurch wieder alles in geordneten Bahnen verlaufen könnte.“

Kurz Karkassenhandel GmbH

T&F: Frau Schöberl, aus Ihrem Unternehmen kam die Initiative zur Wiederbelebung von ZARE. Was macht Sie zuversichtlich, dass die Arbeitsgemeinschaft zertifizierter Altreifenentsorger diesmal etwas bewirken kann, nachdem der erste Versuch einer erfolgreichen Zusammenarbeit vor ein paar Jahren im Sande verlief?

Hanna Schöberl, Prokuristin Kurz Karkassenhandel GmbH: „Es ist heute viel wichtiger geworden, etwas zu bewegen. Da Reifen zurzeit nicht mehr überwachungspflichtig sind, ist es sehr schwer, die schwarzen Schafe herauszufiltern. Das passiert erst dann, wenn die Reifen in der Natur abgeladen werden. Glücklicherweise kann die Herkunft der Altreifen oft zurückverfolgt werden und der Schaden bleibt dann zumindest nicht an der Allgemeinheit hängen. Wir wollen mit ZARE aber unsere Kunden und die Autofahrer aufklären und somit vorsorgen. Bei der Neubelebung von ZARE tritt ein starkes Team an, das die gleiche Sprache spricht und alle kämpfen dafür, dass die Altreifenentsorgung wieder nachhaltig  abläuft, denn aktuell verunsichern  zu viele ‚fliegende Händler‘ den Markt, die keineswegs nach den gesetzlichen Richtlinien entsorgen!“

Reifen Draws GmbH

T&F: Herr Draws, was versprechen Sie sich von Ihrer Mitarbeit bei ZARE – für die Altreifenentsorgung in Deutschland, aber auch individuell für Ihr Unternehmen?

Manfred Draws, Geschäftsführer Reifen Draws GmbH: „Es gibt gravierende qualitative Unterschiede in der Entsorgung. Für den Kunden ist eine Bewertung und Unterscheidung schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Wir versprechen uns von unserer Mitarbeit, dass die Grundidee der branchenspezifischen Kriterien des BRV, nämlich durch Kompetenz, Qualität und Fachwissen einen hohen Standard in der Altreifenentsorgung zu erreichen und diesen für die Allgemeinheit transparent und nachvollziehbar darzustellen, weiter verfolgt wird.“

„Für die Branche erhoffen wir uns von ZARE Impulse und Innovationen für die zukünftige Arbeitsweise der Altreifenentsorger. Die gemeinsame, professionelle Arbeit einer Gemeinschaft dient der ganzen Branche. Für uns als EMAS zertifiziertes Unternehmen hoffen wir, dass durch ZARE die Aufmerksamkeit in der Altreifenentsorgung auch wieder in Richtung Umweltschutz gelenkt wird.“

Quelle: CGW GmbH