Qualitätsoffensive: Initiative will Daten-Grundlage für die Abfallwirtschaft schaffen

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Datenvernetzung (Foto: © Paul-Georg Meister /http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Die aktuellen Diskussionen zu Wertstoffgesetz, Gewerbeabfallverordnung und abfallwirtschaftlichen Planungen haben gezeigt, dass belastbare abfallwirtschaftliche Grundlagen weitestgehend fehlen. Daten über Abfallaufkommen und -zusammensetzung variieren oftmals deutlich, und es fehlt ein einheitliches Verständnis in der EU und sogar zwischen den deutschen Bundesländern. Für Abfallbezeichnungen sowie Entsorgungsoptionen liegen oft keine einheitlichen Definitionen vor. Viele Akteure bemängeln diese unzureichende Datenbasis, auf der grundlegende Entscheidungen zur Weiterentwicklung der Abfallwirtschaft getroffen werden.

Eine Initiative aus Wissenschaft, Instituten und Verbänden hat sich deshalb mit dem Ziel zusammengeschlossen, eine belastbare Grundlage zu schaffen: „In einem ersten Schritt will die ‘Qualitätsoffensive – Daten in der Abfallwirtschaft‘ ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die offiziellen Daten und definitorischen Abgrenzungen als Planungsgrundlage für die zukünftige Ausrichtung der Abfallwirtschaft und für eine entsprechende Gesetzgebung optimiert werden müssen“, erläutert Martin Treder von der ITAD, einem Mitbegründer dieser Initiative.

Dazu sollen zunächst zusammen mit weiteren Akteuren Gespräche geführt werden, insbesondere auf Behördenebene, um gemeinsam Optimierungsprozesse einzuleiten. „Die Initiative ‘Qualitätsoffensive – Daten in der Abfallwirtschaft‘ wird in weiteren Schritten vorhandene Daten auswerten, die Grundlage ihrer Erfassung vergleichen und mögliche Lösungsansätze für eine einheitliche valide Datengrundlage erarbeiten“, so Prof. Sabine Flamme von der FH Münster als weitere Initiatorin.

Langfristiges Ziel ist eine stets aktuelle Datengrundlage für die abfallwirtschaftliche Forschung, Planung und Gesetzgebung, die in einem transparenten Verfahren kontinuierlich verbessert werden soll.

Beteiligte sind zunächst ASA – Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e.V., BDE – Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V., BGS – Gütegemeinschaft Sekundärbrennstoffe und Recyclingholz e.V., ITAD – Interessensgemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e.V. , VKU – Verband kommunaler Unternehmen e.V. sowie HS Fulda/BIFA, FH Münster/IWARU, Fraunhofer UMSICHT, INFA – Institut für Abfall, Abwasser und Infrastrukturmanagement GmbH, ISWA – Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft und das Witzenhausen-Institut.

Quelle: ITAD e.V.