BRV befürchtet für 2016 Umsatzeinbrüche bei Recycling-Baustoffen

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25 Jahre BRV (Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband)

Wien, Österreich — Alle mineralischen Recycling-Baustoffe werden aufgrund der zu Jahresbeginn 2016 in Kraft getretenen Recycling-Baustoffverordnung Umsatzeinbrüche erleiden. Das weisen die Jahresstatistik 2015 sowie die Prognose für 2016 aus, die der Österreichische Baustoff-Recycling Verband heute veröffentlicht hat.

2015 wurden 6,1 Mio. t Recycling-Baustoffe im Bauwesen eingesetzt und damit gleich viel Deponievolumen sowie Rohstoffentnahmen eingespart. Für 2016 sackt der Wert laut Prognose entscheidend ab – Umsatzeinbrüche von 9,3 Prozent werden erwartet. Die stärksten Einbrüche sind bei aufbereiteten Hochbau-Restmassen zu verzeichnen. „Die neue Recycling- Baustoffverordnung ist sicher restriktiv, und neben einer Verdopplung der Prüfintervalle und einer Vervielfältigung der Prüfparameter ist auch der Verwaltungsaufwand exorbitant gestiegen. Die Konkurrenzfähigkeit von Recycling-Baustoffen nimmt damit gegenüber Primärbaustoffen ab“, erklärt Martin Car, Geschäftsführer des Österreichischen Baustoff- Recycling Verbandes.

2015 konnten 2,5 Mio. Tonnen Beton, 1 Mio. Tonnen Asphalt und 2,6 Mio. Tonnen mineralischer Bauschutt einer hochwertigen Verwertung zugeführt werden. Durch die intensive Tätigkeit des BRV konnte in 25 Jahren ein Markt für Recycling-Baustoffe aufgebaut werden, der insbesondere im Bereich des Tiefbaus (Straßenbau, Eisenbahnbau) gut funktioniert. “Positiv ist zu vermerken, dass Recycling-Baustoffen laut der neuen Verordnung offiziell ein Produktstatus zukommt, sofern der beste Qualitätsstandard erreicht wird. Gerade bei Hochbau-Restmassen ist dies in der Praxis nicht möglich; der nunmehr zusätzliche Aufwand für diese lässt eine wirtschaftliche Vermarktung kaum noch zu“, befürchtet Martin Car.

Der BRV hofft auf die angekündigte Novellierung der Recycling-Baustoffverordnung, die eine generelle Reduktion der Kosten und Verwaltungsbelastung bringen soll. Das Ziel müsse sein, für alle Recycling-Baustoffe den Nachweis der Umweltqualität innerhalb wirtschaftlich zumutbarer Grenzen zu halten. Der BRV spricht sich gegen eine Zweiklassengesellschaft aus, in der einzelne Sparten – z.B. durch Wegfall der Umweltverträglichkeitsprüfung – bevorzugt werden.

Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband