DWA-A 262: DWA stellt neue Grundsätze für Kläranlagen mit Bodenfiltern zur Diskussion

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Abwasserkanal (Foto: ©Klauus-Uwe Gerhardt /http://www.pixelio.de)

Hennef — In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Erkenntnissen über Kläranlagen beim Einsatz von Bodenfiltern zur Reinigung kommunalen Abwassers in Deutschland und im europäischen Raum gewonnen. Daher hat die DWA das Arbeitsblatt DWA-A 262 „Grundsätze für Bemessung, Bau und Betrieb von Kläranlagen mit Bodenfiltern zur Reinigung kommunalen Abwassers“ erarbeitet und veröffentlicht und stellt es öffentlich zur Diskussion.

Die Abwasserbehandlung mit Bodenfiltern ist gekennzeichnet durch eine einfache konstruktive Gestaltung, eine einfache Betriebsweise, eine geringe Bildung von Biomasse bzw. Sekundärschlamm, einem minimalen Einsatz von Fremdenergie und einem hohen Reinigungsgrad auch von Anlagen mit kleinen Anschlussgrößen. Begrenzende Faktoren für den Einsatz solcher Verfahren sind der vergleichsweise große Flächenbedarf und die daraus resultierenden Kosten. Wegen des geringeren erforderlichen spezifischen Flächenbedarfs wurden aus diesem Grund vor allem vertikal durchströmte Bodenfilter realisiert. Konventionelle horizontal durchströmte Bodenfilter werden in der vorliegenden Ausgabe nur noch als nachgeschaltete Behandlungsstufe beschrieben, nicht mehr als biologische Hauptstufe.

Mit dem jetzt vorliegenden Arbeitsblatt soll eine einheitliche Grundlage für Bemessung, Bau und Betrieb von Bodenfiltern für die biologische Behandlung von kommunalem Abwasser geschaffen werden. Der vorliegende Entwurf stellt die Überarbeitung des Arbeitsblattes DWA-A 262 (März 2006) dar.

Änderungen:

Gegenüber dem Arbeitsblatt DWA-A 262 (03/2006) wurden folgende Änderungen vorgenommen:

  • Änderung des Arbeitsblatttitels;
  • Anpassung an die europäische Normung und zwischenzeitlich eingetretene Veränderungen hinsichtlich Gesetzen und Verordnungen;
  • Berücksichtigung neuerer Untersuchungsergebnisse zur Vorklärung in Mehrkammergruben;
  • Aufnahme neuer Bodenfilterarten;
  • Neu aufgenommen: Hinweise zu Anlagen mit Rohabwasserfiltern und Anlagen zur Abwasserbehandlung nach Mischsystemen;
  • Neu aufgenommen: Zweistufiges Verfahren mit vertikal durchströmten Filtern sowie künstlich belüftete Bodenfilter;
  • Neu aufgenommen: Vorgaben für saisonal belastete Anlagen sowie Anlagen zur Grauwasserbehandlung.

Das Arbeitsblatt wurde gemeinsam vom DWA-Fachausschuss KA-10 „Abwasserbehandlung im ländlichen Raum“ (Obmann: Prof. Dr.-Ing. Jens Nowak) und der DWA-Arbeitsgruppe KA-10.1 „Abwasserbehandlung in bepflanzten Bodenfiltern“ erstellt. Das Arbeitsblatt richtet sich an Planer und Betreiber von Kläranlagen mit Bodenfiltern sowie an Fachbehörden.

Frist zur Stellungnahme: Der Entwurf des Arbeitsblatts DWA-A 262 wird bis zum 30. Juni 2016 öffentlich zur Diskussion gestellt. Hinweise und Anregungen erbittet die DWA schriftlich, möglichst in digitaler Form, an: Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA), Dr.-Ing. Christian Wilhelm, Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef, Tel: 02242/872 144; E-Mail: wilhelm@dwa.de

Für den Zeitraum des öffentlichen Beteiligungsverfahrens kann der Entwurf kostenfrei im DWA-Entwurfsportal eingesehen werden: dwa.de/dwadirekt. Dort ist auch eine digitale Vorlage zur Stellungnahme hinterlegt. Im DWA-Shop ist der Entwurf als Printversion oder als E-Book im PDF-Format erhältlich: ISBN 978-3-88721-285-8, Ladenpreis: 66,50 Euro, fördernde DWA-Mitglieder: 53,20 Euro

Quelle: DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.