DWA: Klärschlammentsorgung und Phosphatrecycling praxistauglich gestalten

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Quelle: Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA)

Berlin/Hennef — Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) hat ihre Positionen zur Umweltpolitik in einem neuen Politikmemorandum zusammengefasst. „Mit dem Politikmemorandum 2016 bezieht die DWA zu wichtigen deutschen und europäischen Themen aus den Bereichen Wasser-und Abfallwirtschaft sowie Bodenschutz Stellung“, erklärte DWA-Präsident Otto Schaaf.

Mit Forderungen zu sechs Schwerpunktthemen tritt die DWA nach den Worten von Rechtsanwalt Stefan Kopp-Assenmacher, Leiter der DWA-Politikberatung, an die Politik heran. Eine dieser Forderungen geht darin, Regelungen für Klärschlammentsorgung und Phosphatrecycling praxistauglich zu gestalten. Dabei begrüßt die DWA vor dem Hintergrund einer umfassenden Ressourcennutzung grundsätzlich die Initiative, Phosphat zukünftig aus Abwasser zu recyceln. Großtechnisch einsetzbare Verfahren stünden dafür in den nächsten Jahren voraussichtlich aber noch nicht zur Verfügung. Bei der geplanten tiefgreifenden Neuordnung der Klärschlammverwertung sei die Gewährleistung einer umweltgerechten Entsorgungssicherheit zwingend notwendig.

Bei dem politisch beabsichtigten Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung bedarf es nach Darstellung der DWA differenzierter Lösungen. Die Bewertung aller Düngemittel müsse nach gleichen Kriterien erfolgen. Qualitativ hochwertige Klärschlämme weiterhin landwirtschaftlich oder landschaftsbaulich zu verwerten, sei dabei fachlich gerechtfertigt und schone die Ressourcen. Für die Umsetzung der Pläne seien mittel- bis langfristige Zeithorizonte vorzusehen. Starre Fristen für den Beginn des Phosphatrecyclings, unabhängig von Forschungsergebnissen und der Technologieentwicklung, seien nicht sinnvoll.

Die weiteren Themen enthalten die Anpassung der Düngeverordnung, die Umsetzung europäischer Vorgaben bei anthropogenen Spurenstoffen, die Stärkung der Überflutungsvorsorge für Hochwasser und Starkregen, die Weiterentwicklung der Wasserrahmenrichtlinie und Gemeinsamkeiten bei der Energiewende.

Das vollständige Politikmemorandum der DWA steht unter dwa.de zum Download bereit.

Quelle: Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA)