Niedrige Rohstoffpreise und geringere Ausgangstonnage drückten ELG-Umsatz

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Quelle: ELG Haniel Gruppe

Duisburg – „In einem sehr schwierigen Marktumfeld hat sich ELG vergleichsweise gut behauptet. Dennoch sind Umsatz und Operatives Ergebnis gegenüber dem Vorjahr stark eingebrochen. Zurückzuführen ist dies vor allem auf historisch niedrige Rohstoffpreise sowie eine geringere Ausgangstonnage beim Edelstahlschrott. Das Geschäft mit Superlegierungen verlief uneinheitlich: Während das Aufbereitungsgeschäft stabilisierend wirkte, geriet das Handelsgeschäft unter Druck“, meldet der Geschäftsbericht 2015 der Franz Haniel & Cie. GmbH.

Schwieriges Marktumfeld bei Edelstahl

Die weltweite Edelstahlproduktion bewegte sich im Geschäftsjahr 2015 erstmals seit 2009 unter dem Niveau des Vorjahres. Eine wesentliche Ursache für die rückläufigen Mengen war die gesamtwirtschaftlich schwächere Nachfrage in China. In den beiden wichtigsten Absatzmärkten der ELG – Europa und die USA – war die Menge ebenfalls rückläufig. Die Produktion in den USA litt neben der schwächeren inländischen Nachfrage nach Edelstahlprodukten unter den vermehrten Importen aus China, wo die Hälfte des weltweiten Edelstahls produziert wird. In Europa verzeichneten die Edelstahlwerke eine schwache Nachfrage ihrer Kunden. Zudem kam es bedingt durch das weltweite Überangebot an Primärnickel sowie die gedämpften konjunkturellen Erwartungen zu einem massiven Preisverfall für Nickel, den überwiegenden Wertträger im Edelstahl.

Geringere Ausgangstonnage bei Edelstahlschrott

Auch der weltweite Handel mit Edelstahlschrotten wurde von dem kontinuierlich sinkenden Preis für Nickel geprägt. Dadurch war zum einen spürbar weniger Schrott am Beschaffungsmarkt verfügbar als noch im Vorjahr, da viele Lieferanten angesichts des niedrigen Preisniveaus und in Erwartung steigender Preise Schrotte zurückhielten. Zum anderen hat preisbedingt die Wettbewerbsfähigkeit von Primärnickel gegenüber den Edelstahlschrotten zugenommen. Insgesamt schlug sich diese Entwicklung negativ auf die Ausgangstonnage beim Edelstahlschrott von ELG nieder, die um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückging.

Umsatzrückgang um 17 Prozent

Bezogen auf das Gesamtgeschäft ist die Ausgangstonnage von ELG gegenüber dem Vorjahr deutlich eingebrochen. In Verbindung mit dem erheblich geringeren Preis für Nickel und weitere relevante Rohstoffe führte dies zu einem Umsatzrückgang um 17 Prozent auf 1.827 Millionen Euro. Auch das Operative Ergebnis von ELG ist gesunken und im Geschäftsjahr 2015 mit -6 Millionen Euro negativ – im Vorjahr betrug es noch 59 Millionen Euro. Hier wirkten sich der geringere Umsatz und die niedrigere Marge beim Edelstahlschrottgeschäft negativ aus.

Im Marktsegment Edelstahlschrott begegnete ELG dem schwierigen Umfeld mit einem strikten Kostenmanagement. Infolge der Schließung von deutschen Edelstahlwerken sowie der Inbetriebnahme eines Edelstahlwerks in den USA passt ELG außerdem sein Standortnetzwerk an die veränderten Materialströme an.

Weitere Zahlen und Fakten sind dem Konzernlagebericht unter haniel.de zu entnehmen.

Quelle: Franz Haniel & Cie. GmbH