IPV-Jahrestagung: „Ohne Verpackungen geht es nicht“

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Von links nach rechts: Thomas Walcha, Friedrich Schäfer, Bernhard Sprockamp, Klaus Jahn, Hagen Puttrich, Karl-Heinz Hoffmann, Wolfgang Nitsche und Peter Michel (Foto: IPV)

Frankfurt — Ohne Verpackungen kommen Lebensmittel nicht zum Verbraucher. Verpackungen helfen, dass alles das, was wir essen, auch in einem hygienisch einwandfreien Zustand ist. Trotzdem hat die Verpackung bei dem ein oder anderen Verbraucher ein schlechtes Image. Nicht nur dieser Herausforderung möchten sich die Unternehmen der Papier- und Folienverpackungsindustrie in den nächsten Jahren weiter stellen.

Wie das alltägliche Leben, das Einkaufen ohne Verpackung enden würde, das möchte der Industrieverband Papier- und Folienverpackung e.V. , IPV,  mit einer Youtube Kampagne einer breiten Öffentlichkeit näherbringen – auf eine humoristische Art und Weise (https://youtu.be/U5irMXzJKOc). Klaus Jahn, Vorstandsprecher des IPV, präsentierte auf der Jahrestagung des Verbandes den ersten Film: „Wir stehen am Anfang, gerade einem jüngeren Publikum die Notwendigkeit von Verpackung näher zu bringen. Sicherlich müssen wir noch einiges bei unserer Kampagne besser machen, aber es ist ein erfolgversprechender Anfang.“ In der Öffentlichkeit gelte die Verpackung als Umweltverschmutzer, was sie definitiv nicht sei. Umweltorganisationen und Politik fordern weniger Verpackung, weniger Materialeinsatz, umweltverträgliche, recyclebare Materialien und wiederverwendbare Lösungen. „Wir stehen in der gesamten Branche vor der Herausforderung, diese Forderungen umzusetzen. Wir müssen jedoch auch immer wieder sagen, dass viele Mitgliedsfirmen des IPV durch Innovationen und Weiterentwicklungen Kunden und öffentlicher Meinung bereits stark entgegengekommen sind“, so Jahn weiter. Vieles werde leider in der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen: „Der Anteil der Kunststoff-Tragetaschen an den gesamten Kunststoffverpackungen liegt unter 3 Prozent, die Zahl der verbrauchten Kunststoff-Tragetaschen liegt in Deutschland bei 65 Stück pro Bundebürger und nach Gebrauch werden die Taschen über die Dualen Systeme gesammelt und verwertet oder sie werden als Müllsack verwendet.“ Auch von einer Einmalnutzung sollte man nach Erkenntnissen des IPV nicht sprechen, denn Studien belegen, dass 72% der Verbraucher die Taschen im Haushalt mehrfach verwenden.

Über die vielfältigen Aufgaben einer Verpackung referierte während der Jahrestagung des IPV Dr. Hermann Onusseit. Während des Lebenszyklus eines Nahrungsmittels kommt der Verpackung eine hohe Bedeutung zu. Erst mit einer Verpackung wird in einer industriell organisierten Gesellschaft der Konsum eines Lebensmittels möglich. Eine Verpackung schützt, sie macht das Produkt transportabel und handhabbar. Sie hilft bei der Kennzeichnung, und natürlich auch bei der Werbung. „In Deutschland werden Verpackungen im Wert von 32 Milliarden Euro verbraucht. Diese verursachen 1 Prozent des gesamten CO2-Fußabdrucks in Deutschland“, so Dr. Onusseit in seinem Bericht. Aufgabe sei es nun, Verpackungen zu minimieren, zu optimieren, wiederverwendbar und wiederverwertbar zu machen. Dieser Aufgabe sollten sich die Unternehmen des IPV stellen und bei zukünftigen Entscheidungen die Umweltproblematik bedenken. Auf diese Weise und mit einem Dialog mit Umweltverbänden, Politik und Bürger könne langfristig die Verpackung den Stellenwert erreichen, der ihr zustehe.

Neben den Herausforderungen auf der Seite der Umweltbelastungen müssen sich die Unternehmen des IPV auch Fragen rund um gesundheitliche Belastungen beispielsweise durch Druckfarben stellen. Auch hier gab es während der Jahrestagung wichtige Informationen. Dr. Carl Stilke von ACTEGA Colorchemie und Inga Buschauer von Doneck Euroflex referierten über den Stand der Druckfarbenverordnung. Für viel Verunsicherung sorgte in den vergangenen Monaten die Meldung über Mineralöle in Lebensmitteln durch Verpackungen. Tatsächlich stellen Untersuchungen fest, dass Mineralölbefunde im Lebensmittel bei näherer Prüfung sehr häufig nicht aus der Verpackung kommen.

Umweltverträglichkeit, Einhaltung gesetzlicher Vorgaben bei ständig verbesserter Messanalytik, clevere Lösungen für werbliche Ideen und ein steigender Kostendruck. Der Industrieverband Papier- und Folienverpackung e.V.,  IPV, sieht für seine Mitglieder auch in den kommenden Jahren große Herausforderungen. Einen ersten Schritt will man mit der neuen Imagekampagne, mit viel Aufklärungsarbeit und nicht zuletzt mit einer neuen Internetseite www.ipv-verpackung.de gehen. Auf der neuen Webpräsenz des IPV gibt es wichtige Mitteilungen für die Branche und darüber hinaus interessante Informationen für die Verbraucher.

Die Imagekampagne soll auch helfen, junge Menschen für die Ausbildung in der Verpackungsindustrie zu begeistern (www.zukunft-eintueten.de). Dem Wettbewerb um die Fachkräfte der Zukunft möchten sich die Unternehmen des Industrieverband Papier- und Folienverpackung e.V.,  IPV, aktiv stellen.

Quelle: RENNER-KOMMUNIKATION / IPV INDUSTRIEVERBAND PAPIER- UND FOLIENVERPACKUNG e.V.