Eco Design von Kunststoffverpackungen mehr in betriebliche Abläufe einbetten

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Quelle: IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.

Bad Homburg — Der Begriff „Ecodesign“ von Kunststoffverpackungen sollte in Anlehnung an die Norm DIN EN ISO 14006:2011 „Umweltverträgliche Produktgestaltung“ präzisiert werden. Außerdem wäre eine branchenspezifische Interpretation des Begriffs „Ecodesign“ für den Verpackungssektor einschließlich einer möglichen Integration in bestehende Normen wie EN 13193 sinnvoll. Zu diesen und anderen Empfehlungen kommt eine Studie des Öko-Instituts in Freiburg im Auftrag des „Runden Tisches Eco Design von Kunststoffverpackungen“.

Zahlreiche Interviews mit Experten aus Praxis, Wissenschaft und Verbraucherschutz erkundeten die Anwendung von Eco Design-Tools sowie den Umgang mit konkurrierenden Eco Design-Zielen. Während sich die untersuchten Eco Design-Tools in weiten Teilen als durchaus nützlich erwiesen, hält das Öko-Institut fest, dass die richtige Einbettung in die betrieblichen Abläufe von entscheidender Bedeutung für die Praxisrelevanz und Wirksamkeit der Werkzeuge ist.

Eine Schwäche der meisten Tools bestehe darin, dass sie wenig Hilfestellung bei der Lösung von konkurrierenden Eco Design-Zielen bieten, wie beispielsweise zwischen Materialeffizienz und Recyclingfähigkeit der Verpackung. Übereinstimmend wurde in den Interviews der Produktschutz als eine zentrale funktionale wie auch ökologisch relevante Eigenschaft der Verpackung identifiziert, auch wenn nicht alle Eco Design- Tools diesen Aspekt berücksichtigen. Weiterhin würden in den untersuchten Tools Fragen der sicheren Handhabung und der gesundheitlichen Unbedenklichkeit oft nicht ausreichend adressiert.

Der „Runde Tisch“ wurde 2014 von der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. ins Leben gerufen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, ein gemeinsames Verständnis zum Begriff und zu den Kriterien von Eco Design zu erarbeiten und auf dieser Grundlage das Eco Design von Kunststoffverpackungen weiter zu verbessern. Er vereint Vertreter der gesamten Lieferkette (Verpackungshersteller, Lebens- mittel- und Konsumgüterindustrie, Handel) sowie des Kunststoffrecyclings, des Verbraucherschutzes und der Wissenschaft.

Mitwirkende Organisationen sind: Bischof + Klein GmbH & Co. KG, Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH, Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Henkel AG & Co. KGaA, Jokey Holding GmbH & Co. KG, mtm plastics GmbH, Nestlé Deutschland AG, Ökopol Institut für Ökologie und Politik, REWE Group, tegut… gute Lebensmittel GmbH & Co. KG sowie der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Die Ergebnisse der Studie stehen als Download auf der Homepage der IK unter kunststoffverpackungen.de zur Verfügung.

Quelle: IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.