Handlungsleitfaden Recycling-Baustoffe NRW schafft Übersicht bei der Gütesicherung

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Bauschuttrecycling (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Berlin — Für den Erfolg der Kreislaufwirtschaft Bau ist eine möglichst breite Akzeptanz von Recycling-Baustoffen entscheidend. „Die bislang ausschließlich bei Recycling-Baustoffen nachzuweisende Umweltverträglichkeit und die Komplexität der umweltrechtlichen Regelungen stellten häufig die Hauptursache für den ungerechtfertigten Ausschluss von Recycling-Baustoffen in öffentlichen Baumaßnahmen dar“, erklärt Wolfgang Türlings, Vorsitzender der Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe e. V. (BGRB).

Dabei unterliegen RAL-gütegesichterte Recycling-Baustoffe sowohl in technischer Hinsicht als auch im Hinblick auf die Umweltverträglichkeit einer regelmäßigen Fremdüberwachung durch staatlich anerkannte RAP Stra-Prüfstellen. Bislang führte die unterschiedliche Darstellung und Struktur der Prüfzeugnisse verschiedener Prüfstellen jedoch häufig zu Interpretationsschwierigkeiten und letztendlich zu einer Verunsicherung von Auftraggebern.

Auf Anregung der BGRB hatten sich unter Federführung des Umweltministeriums bereits im Jahr 2013 das Verkehrsministerium, die kommunalen Spitzenverbände sowie die Baustoff- und Recycling-Verbände in Nordrhein-Westfalen (NRW) zusammengefunden, um Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz von Recycling-Baustoffen zu beraten.

Im Ergebnis dieser Gespräche wurde nunmehr der Handlungsleitfaden RC-Baustoffe NRW veröffentlicht, der Anforderungen, Einsatzmöglichkeiten und Grundlagen der Gütesicherung von Recycling-Baustoffen in übersichtlicher Form darstellt. Er enthält zugleich Hinweise auf die korrekte, d. h. gesteinsneutrale Ausschreibung von Straßen- und Tiefbaumaßnahmen in Nordrhein-Westfalen.

Das Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen hat zudem die RAP Stra-Prüfstellen verpflichtet, zu jedem Prüfzeugnis ein einheitliches Testat zu erstellen, das in übersichtlicher Form Hersteller, Bezeichnung und Verwendungsmöglichkeiten des geprüften Recycling- Baustoffs angibt. Alle fortlaufend überwachten Recycling-Baustoffe werden zudem in einer vom Verkehrsministerium NRW regelmäßig aktualisierten Liste veröffentlicht.

Zusammen mit dem Handlungsleitfaden Recycling-Baustoffe NRW stellt diese amtliche Liste der für den Straßen- und Tiefbau geeigneten Recycling-Baustoffe einen wesentlichen Impuls insbesondere auch für kommunale Auftraggeber dar, Recycling-Baustoffe im Sinne der Kreislaufwirtschaft konsequent einzusetzen. „Nordrhein-Westfalen hat somit ein Best Practice-Beispiel zur Akzeptanzsteigerung von Recycling-Baustoffen geschaffen, das hoffentlich bald auch in anderen Bundesländern Schule machen wird“, hofft Türlings.

Der Handlungsleitfaden soll auf der BGRB Homepage recycling-bau.de im Download bezogen werden können.

Quelle: Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe e.V.