Asbest in Gebäuden: Saarland meldet weniger Verstöße bei gewerblichem Umgang

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Asbestentsorgung (Foto: Bernard Maurin/fotolia)

Saarbrücken — Seit 1993 ist die Verwendung von Asbest in Deutschland verboten. Doch kommen bei Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten von älteren Gebäuden die stark krebserzeugenden Mineralfasern noch immer zum Vorschein. Bei sorglosem Umgang können sie stark gesundheitsgefährdende Wirkungen nach sich ziehen. Betroffene sind meist Beschäftigte im Baugewerbe, aber auch private Heimwerker und ihre Familien.

Dem saarländischen Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) wurden als zuständige Arbeitsschutzbehörde im Jahr 2015 insgesamt 514 Anzeigen zu Tätigkeiten mit asbesthaltigen Gefahrstoffen im gewerblichen Bereich (2014: 581) übermittelt. In 79 Vor-Ort-Kontrollen (2014: 103) wurden insgesamt 63 Mängel (2014: 81) beim Umgang mit Asbestprodukten festgestellt. In Folge dessen kam es zu 4 Bußgeldverfahren (2014: 4) und 18 Strafanzeigen (2014: 28), die dem Landeskriminalamt übermittelt wurden. Auch im privaten Bereich kontrollierte das LUA im Jahr 2015 insgesamt 11 Haushalte (2014: 8) nachdem telefonische Beschwerden von Anwohnern eingingen. Dabei wurden 4 Beschwerden (2014: 5) an das Landeskriminalamt zur Tatbestandsprüfung einer Straftat weitergeleitet.

„Seit 2012 sinkt die Anzahl der festgestellten Mängel bei gewerblichen Arbeiten mit Asbest. Auch die Anzahl der Strafanzeigen ist rückläufig. Die strengen Schutzmaßnahmen und Auflagen zeigen ihre Wirkung. Nichtsdestotrotz werden wir uns mit dem krebserzeugenden Produkt noch viele Jahre auseinander setzen müssen“, betont Roland Krämer, Staatssekretär im saarländischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Und weist auf die Gefahren beim Umgang mit asbesthaltigen Materialien hin: „Ein kontrollierter Umgang mit Asbestprodukten bei Bau- und Sanierungsarbeiten ist unbedingt erforderlich. Personelle und sicherheitstechnische Vorkehrungen verhindern den Kontakt und das Einatmen von Asbestfasern oder -staub. Mit Kontrollen sorgen wir dafür, dass Verstöße gegen den Arbeitsschutz geahndet werden, denn es geht letztlich um die Gesundheit der Menschen.“

Beschäftigte im Baugewerbe können verbaute Asbestprodukte in den Gebäuden zuverlässig identifizieren, wenn sie die gesetzlich geforderte Sachkunde nach den „Technischen Regeln für Gefahrstoffe“ (TRGS 519) erworben haben. Die Sachkundenachweise gelten für einen Zeitraum von 6 Jahren und können durch den Besuch eines Fortbildungslehrgangs für weitere 6 Jahre verlängert werden. Andernfalls liegt nach dem Stichtag keine Sachkunde mehr vor.

Weitere Informationen zu Rechtslage, Gesundheitsrisiko, Erkennen und sicherem Umgang mit Asbest sind unter saarland.de zu finden.

Quelle: Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz