Emissionsrechtehandel: BDSV sieht hunderttausende Arbeitskräfte bedroht 

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Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. (BDSV)

Düsseldorf — Durch die Pläne der EU-Kommission zum Emissionsrechtehandel sieht sich die deutsche Stahlbranche in ihrer Existenz bedroht. Die Wirtschaftsberatung Prognos geht in einer aktuellen Studie von einem Verlust von 380.000 Arbeitsplätzen bis 2030 aus, wobei sie in dieses Szenario die vorgelagerten Wirtschaftszweige mit einbezieht. Zu den „vorgelagerten Wirtschaftszweigen“ zählen die Mitgliedsunternehmen der BDSV Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V., die im Stahlrecycling tätig sind.

Die Klimapolitik der EU ist auch den Recyclern schwer zu vermitteln. Auf der einen Seite steht die Stahlrecyclingbranche durch den Einsatz von Sekundärrohstoffen neben der Schonung knapper Ressourcen für die Vermeidung des Treibhausgases CO2. Durch Stahlrecycling werden in Deutschland jährlich mehr als 20 Millionen Tonnen CO2 vermieden, die bei der Stahlherstellung auf Primärrohstoffbasis anfallen würden. Auf der anderen Seite kommen durch die Kosten für den Emissionsrechtehandel auf Stahlwerke in Zukunft so hohe Kosten zu, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes gefährdet ist. Der Kostendruck führt zu einer rückläufigen Investitionstätigkeit, zu einem Verlust an Technologie Know-How und letztendlich zu einer Verlagerung des Stahlstandortes.

Die BDSV unterstützt die Forderung der Stahlindustrie, den industriefeindlichen Vorschlag der EU-Kommission zum Emissionsrechtehandel abzuwenden. Die besten und umweltfreundlichsten Stahlwerke in Deutschland dürfen keiner falsch verstandenen Klimapolitik zum Opfer fallen. Durch eine Verlagerung der Produktion in Schwellenländer könne das Weltklima nicht gerettet werden. Stahlproduktion und Stahlrecycling in Deutschland dürften nicht zum Auslaufmodell werden.

Quelle: BDSV Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V