IARC 2016 erfolgreich: Drei Tage im Zeichen des Automobilrecyclings

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Gespräche im Ausstellerforum des IARC 2016 (Foto: ICM AG)

Berlin — Aktuelle politische Rahmenbedingungen und neue Technologie-Trends waren die Themen des Internationalen Automobil-Recycling Kongresses IARC 2016. Über 220 Vertreter der internationalen Automobil-Recyclingwirtschaft konnte sich aus rund 30 Vorträgen und einer Podiumsdiskussion informieren. Zusätzlich wurde der Kongress von einem Ausstellerforum mit insgesamt 24 Ausstellern flankiert.

Die Gespräche und Diskussionen am IARC zeigten, dass auch 15 Jahre nach Inkrafttreten der EU-Altauto-Direktive der Stoff für Gespräche und Diskussionen nicht ausgeht. Im Gegenteil: Der zunehmende Einsatz von Verbundmaterialien und carbonfaserverstärkten Kunststoffen oder die Verwendung von Lithium-Ionen-Batterien stellen die Altauto-Verwerter vor neue Herausforderungen, die sie in den kommenden Jahren bewältigen müssen.

Für Gesprächsstoff sorgte gleich zu Beginn der Konferenz die Keynote-Speech von Dr. Kay Oppat, Leitencer Geschäftsführer der Scholz-Gruppe. Er forderte ein Expertenkommission mit Vertretern von Automobilherstellern, Zulieferern und Recyclingunternehmen. Ihre Aufgabe sollte es sein, gemeinsam Ansätze zur Erhöhung der Verfügbarkeit von Altfahrzeugen zu erarbeiten, erklärte Oppat. In die gleiche Stoßrichtung zeigten die Äußerungen von Professor Julian Allwood von der University of Cambridge. Er ist überzeugt, dass die Verwertung von Altfahrzeugen ein hohes Innovationspotenzial besitzt. Die Recyclingindustrie sollte hierfür Unterstützung einfordern, ermunterte er die IARC-Teilnehmer in seiner Rede.

Im Mittelpunkt weiterer Vorträge standen geeignete Maßnahmen und Behandlungsschritte, um die gesteckten Ziele für Recycling, Wiederverwendung und Verwertung einzuhalten. Ein separater Vortragsblock behandelte darüber hinaus die Themen „Waste-to-Energy“ und Vergasungsprozesse. Auf der Agenda standen außerdem Erfahrungsberichte, neue Forschungsansätze sowie die Vorstellung neuer Behandlungsverfahren. Die Teilnehmer des IARC konnten hier wählen zwischen Vorträgen im Kongresssaal und Vorträgen im Rahmen der „Company Spotlight and Tech Talks“, die begleitend zum Kongress im Ausstellerforum stattfanden.

Ein fester Bestandteil des IARC sind auch Länderberichte. In diesem Jahr gab Wei Sun von Volkswagen (China) Investment Co einen Überblick über die Entwicklung der Altfahrzeug-Verwertungsvorschriften in China. Captain N S Mohan Ram von der indischen Firma TVS Motor Company Limited informierte über das Altauto-Recycling in Indien, während Cagri Akin vom türkischen Unternehmen Remer/ÖTASAD über den Altauto-Markt in der Türkei berichtete. Arturo Rufino von der Firma JR Diesel und Bruno Garfinkel von der Versicherungsgesellschaft Porto Seguro gaben ferner einen Einblick in die Entwicklung des Altfahrzeug-Marktes in Brasilien.

Allen Vorträgen gemein war die Zielsetzung, die Verwertung von Altfahrzeugen durch mehr Kreislaufwirtschaft zu verbessern. Welche Ansätze es hierzu in der Praxis gibt, konnten die Kongressteilnehmer am dritten Kongresstag auch an Ort und Stelle begutachten. Zur Auswahl standen vier Exkursionen, die zu den Firmen ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt, Callparts Recycling in Ketzin sowie zu CCT Stegelitz in Möckern und zu Volkswagen in Wolfsburg führten. Die Kombination von Theorie und Praxis ist eines der bewährten Kennzeichen des IARC und wird auch im kommenden Jahr fester Bestandteil der Konferenz sein. Der Termin für den IARC 2017 ist vom 22. bis 24. März. Veranstaltungsort soll erneut Berlin sein.

Quelle: ICM AG