Umweltbundesamt: Europaweit sind 342.000 Standorte erheblich kontaminiert

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Industriebrache (Foto: ©Thomas Max Müller / http://www.pixelio.de)

Wien — Das österreichische Umweltbundesamt ermittelte im Auftrag der Europäischen Kommission, welche Fortschritte bei der Sicherung und Sanierung kontaminierter Standorte seit dem Jahr 2006 in den Mitgliedsstaaten der EU zu verzeichnen sind. Die Ergebnisse sind im Referenzbericht zum Management kontaminierter Standorte in Europa zusammengefasst und basieren auf Erhebungen aus dem Jahr 2012. Die Publikation liefert Datengrundlagen für die EU Bodenstrategie, für die der Bodenzustand regelmäßig EU-weit erhoben wird.

Rund 1,2 Millionen Standorte registriert

Europaweit sind geschätzte 342.000 Standorte erheblich kontaminiert. Rund ein Drittel davon wurde bereits identifiziert und untersucht, 15 Prozent saniert oder gesichert. ExpertInnen gehen davon aus, dass viel mehr Standorte betroffen sind: Schätzungen zufolge gibt es europaweit 2,5 Millionen Standorte, an denen Kontaminationen zu erwarten sind und die weitere Untersuchungen erfordern. Fast die Hälfte ist in den Registern der Mitgliedsstaaten erfasst.

Die häufigsten Verursacher von Boden- und Grundwasserkontaminationen sind der Bergbau, die Metallindustrie und Tankstellen. Die häufigsten Schadstoffe, die Kontaminierungen verursachen,  sind Mineralöle und Schwermetalle. Um diese Schadstoffe zu entfernen oder ihre Ausbreitung zu verhindern, kamen in den meisten Fällen konventionelle Methoden zum Einsatz, in einem Drittel der Fälle Bodenaushub und Deponierung.

Weniger Ausgaben für Sanierung und Sicherung

Die Ausgaben zur Sanierung und Sicherung sanken in Europa zwischen 2006 und 2012 um rund 17 Prozent. Jede Europäerin und jeder Europäer zahlt im Schnitt  10 Euro pro Jahr für die Untersuchung kontaminierter Standorte, deren Sanierung und Verwaltung (im Jahr 2006 waren es noch 12 Euro pro Kopf). Die gesetzlichen Grundlagen für das Management kontaminierter Standorte in Europa verbesserten sich seit der letzten Datenerhebung im Jahr 2006 in allen Mitgliedsstaaten. Insgesamt verfügen 17 europäische Länder über politische Zielsetzungen zum Management kontaminierter Standorte. Seit dem Jahr 2006 kamen neun Länder dazu.

Der Bericht „Progress in the management of Contaminated Sites in Europe“ kann unter jrc.ec.europa.eu heruntergeladen werden.  Weitere Hintergruundinformationen sind unter ec.europa.eu erhältlich.

Quelle: Umweltbundesamt Österreich